08.05.09

Swissness: Qualität und Präzision top, Innovation und Trendsetting flop?

Qualität, Präzision, Zuverlässigkeit, Exklusivität und internationale Anerkennung sind nur einige der Antworten, die man auf Fragen erhält, was die Schweizer Produkte auszeichnet“, hat Daniel Küng, Chef des Schweizer Außenhandelsförderers Osec, festgestellt. “Swissness” sei  eine echte Powerbrand, die automatisch auf Schweizer Produkte und Dienstleistungen übertragen werde.

Stephan Feige, Geschäftsführer der htp St. Gallen Managementberatung AG, bestätigt das: “Der Begriff Swissness ist heute zu Recht in aller Munde, denn die Marke Schweiz ist für viele Firmen ausgesprochen wertvoll.” Dies treffe nicht nur für Konsumgüter zu, bei denen die Schweizer Herkunft besonders häufig zum Einsatz kommt. Auch im Business-to-Business und im Dienstleistungsbereich vermittele das Schweizer Wappen positive Werte.

Zusammen mit dem Institut für Marketing und Handel der Universität St. Gallen sowie der Werbeagentur McCann Erickson hat htp dazu letztes Jahr eine großangelegte Studie durchgeführt, bei der über 8000 Konsumenten aus 66 Ländern teilgenommen haben. Feige: “Knapp 90 Prozent nannten bei der Frage nach spontanen Assoziationen zur Schweiz Produkte und Waren wie Schokolade (35 Prozent), Uhren (28 Prozent), Käse (14 Prozent) und Taschenmesser (9 Prozent).” Auch Banken und Tourismus werden mit der Schweiz in Verbindung gebracht.

Um den Qualitätsruf des Landes - so der Marketingexperte - müsse man sich derzeit wenig Sorgen machen: “Zusammen mit Deutschland und Japan liegt die Schweiz in dieser Hinsicht an der Spitze“. Mit einigem Abstand folgen die Produkte aus den USA, Großbritannien, Österreich, Frankreich und Italien. Leistungen aus Staaten wie Brasilien, Russland, Indien oder China haben dagegen nach wie vor ein eher schlechtes Image.

Bei einer von der Credit Suisse zusammen mit gfs.bern durchgeführten Identität-Schweiz-Umfrage wurde die Qualität gleich nach der Neutralität als Hauptstärke des Landes genannt. Zudem wird Präzision (hinter Sicherheit, Neutralität und Landschaft) als viertwichtigstes Identitätsmerkmal eingestuft.

Keine Anerkennung findet dagegen unsere Stärke, wenn es um Innovation und Trendsetting geht“, konstatiert Osec-Chef Küng und auch Stephan Feige hat festgestellt, dass die Schweiz als weniger innovativ als beispielsweise Japan, Deutschland und die USA empfunden wird: “Für die Befragten erscheinen die Schweizer Produkte als nicht sehr innovativ, sie liegen nicht im Trend und werden nicht als preisgünstig eingestuft.”

Fazit der Swissness-Studien: Es gibt noch genug zu tun, um den erreichten Stand der Schweizer Exportwirtschaft dauerhaft zu sichern. Ausruhen auf der gegenwärtigen Position reicht in diesen harten Zeiten nicht aus.

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