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07.05.09

Studie: Transportbranche verpasst den Klimaschutz

Auch wenn das Thema „grüne Logistik“ auf der am nächsten Dienstag beginnenden Fachmesse transport logistic 2009 eine große Rolle spielen soll, scheint dieser Trend bei der großen Mehrheit der deutschen Spediteure und Logistikunternehmen noch nicht angekommen zu sein. „Viele Spediteure haben die Bedeutung grüner Logistikprodukte im Wettbewerb noch nicht realisiert“, verweist Klaus-Dieter Ruske, Partner und Global Industry Leader Transportation & Logistics bei PricewaterhouseCoopers (PwC) auf eine gestern vorgestellte Studie (pdf) der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft.

Dabei legen immer mehr Kunden Wert auf möglichst niedrige CO2-Emissionen über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg. In absehbarer Zeit werden Anbieter, die keine Angaben zur Klimabilanz ihrer Transporte machen können, deutliche Wettbewerbsnachteile haben“, kommentiert Ruske. Um ein Stimmungsbild zum Thema ökologische Verantwortung bei führenden mittelständischen Unternehmen in der Transport- und Logistikbranche zu erhalten, hat PwC eine Umfrage zum derzeitigen Stand und den Plänen in Sachen Klimaschutz durchgeführt.

Im Februar und März 2009 wurden 71 Entscheidungsträger der ersten und zweiten Führungsebene, im Wesentlichen Geschäftsführer, Marketing- und Vertriebsleiter sowie Leiter Umweltschutz, befragt. „Klimaschutz scheint derzeit nicht die oberste Priorität zu haben. Die von der Krise an den Finanzmärkten ausgelöste weltweite Rezession führt inzwischen vielerorts dazu, dass Klimaschutzkonzepte infrage gestellt werden“, fasst Dieter Ruske die Ergebnisse der Studie „Land unter für den Klimaschutz” zusammen.

Danach bieten derzeit nur 30 Prozent der Logistikunternehmen „grüne” Logistikprodukte an, bei denen die anfallenden CO2-Emissionen durch Klimaschutzinvestitionen ausgeglichen werden. Auch in Zukunft wollen gut 40 Prozent der Befragten keine klimaneutralen Transporte anbieten, weil sie keine Nachfrage für diese Dienstleistung sehen. Die global agierenden großen Transport- und Logistikunternehmen müssen sich jedoch schon heute deutlich häufiger mit den Emissionsbilanzen ihrer Produkte befassen als kleinere, eher regionale Anbieter. Fast jedes zweite (47 Prozent) der weltweit tätigen Unternehmen gab in der Befragung an, dass die Kunden Nachweise über Emissionsreduktionen erwarten. Von den deutschland- bzw. höchstens europaweit aktiven Anbietern sagt dies nur gut jeder vierte (28 Prozent).

Auch im Produktportfolio schlagen sich diese Unterschiede nieder. So bietet jeder dritte große Logistiker klimafreundliche Transportdienstleistungen an, während dies nur auf jeden vierten kleinen Spediteur zutrifft. „Die meisten Transportunternehmen denken beim Thema Klimaschutz weniger an mögliche Wettbewerbsvorteile, als an die entstehenden Kosten“, bemängelt Ruske. So glauben 43 Prozent der Befragten, dass die gegenwärtige Finanz- und Wirtschaftskrise die Klimaschutzinvestitionen in der Branche eher verzögert. Einen positiven Effekt sehen 33 Prozent, während 24 Prozent keinen Zusammenhang zwischen Wirtschaftskrise und Klimaschutz erkennen.

Da es sich bei den Befragten ausschließlich um Transportunternehmen handelt, die auf der Straße unterwegs sind, wurden vor allem der Ölpreis und Umweltschutzauflagen als Grund genannt, um etwas für die Verringerung der CO2-Emissionen zu tun. So investierten 93 Prozent der befragten Unternehmen in einen modernen Fuhrpark, 82 Prozent setzten bei der Optimierung ihrer Routenplanung an. Fahrtrainings gab es bislang bei 63 Prozent der Betriebe. Demgegenüber hat nur jedes zweite Logistikunternehmen aus Klimaschutzgründen einen Teil der Transporte vom Lkw auf die Schiene und andere alternative Verkehrsmittel verlagert.

Gerade die kleineren Transportunternehmen sollten sich jetzt intensiv mit ihrer Klimabilanz und klimafreundlichen Dienstleistungen befassen. Sind die CO2-Emissionen erst einmal erfasst und dokumentiert, ist es nur noch ein vergleichsweise kleiner Schritt zum grünen Produkt. So vorbereitet gehen Spediteure gestärkt aus der Krise hervor und machen sich als Auftragnehmer für Logistikkonzerne attraktiv, die ihre Emissionsbilanz gegenüber Kunden ausweisen müssen“, macht Michael Werner, Partner bei PwC und Leiter des Sustainability Service, der Branche Mut.

Ein Kommentar

1. Alessandro De Conno schrieb am 18. Januar 2011 um 12:36 pm

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