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09.05.09

Hupac startet eigenes Konjunkturprogramm

Der massive Rückgang des internationalen Güteraustauschs in Europa um mehr als 20 Prozent wirkt sich für den Kombinierten Verkehr besonders gravierend aus. “Sinkende Volumen“, so der Verwaltungsratspräsident Hans-Jörg Bertschi des Kombi-Operateurs Hupac auf der Bilanz-Medienkonferenz am vergangenen Dienstag in Zürich, “führen dazu, dass die Operateure ungenügend ausgelastete Verbindungen wegen der hohen Fixkosten aufgeben müssen.”

Das in Jahrzehnten aufgebaute europäische Netzwerk des Kombinierten Verkehrs werde so zusehends ausgedünnt und ein Domino-Effekt drohe: Falls weitere Verkehre auf die Straße abwandern, müssten noch mehr Verbindungen eingestellt werden – ein Risiko, das nicht nur Hupac, sondern den gesamten Kombinierten Verkehr in Europa gefährdet. Hans-Jörg Bertschi: „Um zu verhindern, dass die gegenwärtige Krise das System des Kombinierten Verkehrs irreparabel schädigt und den Verlagerungsprozess um Jahre zurückwirft, ist ein koordiniertes Vorgehen aller Partner der Transportkette und der öffentlichen Institutionen erforderlich“. Gemeinsam mit den Bahnen hat Hupac daher ein eigenes “Konjunkturprogramm” gegen die Rückverlagerung auf die Straße aufgelegt und gewährt auf den Kernrelationen im transalpinen Verkehr einen zeitlich befristeten Konjunkturrabatt.

Trotz des massiven Einbruchs des Verkehrs im vierten Quartal hat Hupac 2008 ein Verkehrswachstum von 1,8 Prozent und ein positives Konzernergebnis vorgelegt. Die Wirtschaftskrise hinterlässt allerdings bereits deutliche Spuren im europaweiten Netzwerk des Kombi-Operateurs. Erstmals seit Jahren schloss der transalpine unbegleitete kombinierte Verkehr durch die Schweiz negativ ab und verlor im Vergleich zum Vorjahr 2,3 Prozent an Volumen.

Seit Beginn der Krise hat Hupac umfangreiche Sanierungsmaßnahmen eingeleitet, um die Ertragssituation zu verbessern. Neben der Konsolidierung des Netzwerkes gehören dazu die Rückgabe des angemieteten Rollmaterials, Kurzarbeit in den Terminals Busto und Singen und der Aufschub von Investitionen in neues Rollmaterial. Im ersten Quartal 2009 lag das Verkehrsvolumen zwischen 20 und 25 Prozent unter Vorjahresniveau.

Die größte Wirtschaftskrise in der über vierzig jährigen Geschichte von Hupac hat den Güteraustausch in Europa und damit auch den Kombinierten Verkehr binnen kürzester Zeit massiv redimensioniert“, erläuterte Hans-Jörg Bertschi. Die stark rückläufige Nachfrage nach Transportdienstleistungen treffe den Kombinierten Verkehr als Bindeglied zwischen Straße und Schiene besonders hart. So könne die Straße schneller ihre Überkapazitäten abbauen und flexibler auf die neue Marktsituation regieren, als dies dem Bahnsystem möglich sei. „Hupac trägt auf ihren Shuttle-Zügen das volle Risiko der Zugauslastung und muss täglich entscheiden, ob der Betrieb ungenügend ausgelasteter Züge wirtschaftlich tragfähig ist“, betonte Bertschi.

Trotzdem soll das Hupac-Netzwerk in allen wichtigen Märkten aufrecht gehalten werden. Die Anpassung der Kapazität an die gesunkene Nachfrage – so Bertschi – erfolge in Abstimmung mit den Kunden, beispielsweise durch Frequenzreduzierungen, Gateway-Lösungen und den Abbau von Doppelspurigkeiten. Immergin: Eine positive Folge der gesunkenen Verkehrsdichte ist die gestiegene Pünktlichkeit der Züge. 2008 stieg die Pünktlichkeitsrate um vier Prozentpunkte auf 79 Prozent – im ersten Quartal 2009 um weitere sechs Prozentpunkte auf 85 Prozent.

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