SBB Cargo
SBB Cargo SBB Cargo SBB Cargo SBB Cargo SBB Cargo
 

08.05.09

Verkehrsclub fordert Erhöhung der Lkw-Maut

Laut einer Studie des niederländischen Umweltinstituts CE Delft macht der Lkw-Verkehr in Europa nur sieben Prozent des Straßenverkehrs aus, ist aber für 23 Prozent von dessen CO2- Ausstoß verantwortlich. Bis zum Jahr 2030 – so die Studie – wird bei einer linearen Fortschreibung der aktuellen Entwicklung der CO2-Ausstoß durch Lastwagen noch einmal um 54 Prozent zunehmen.  Zudem entstehen EU-weit 144 Milliarden Euro an Kosten aufgrund von Straßenschäden, die durch Lkw verursacht wurden. Diese sind jedoch nur zu einem Drittel von den Transportunternehmern über Steuern und Abgaben gedeckt, den Rest trägt der Steuerzahler.

foto3_72

Michael Gehrmann, Bundesvorsitzender des Verkehrsclub Deutschland (VCD) warnt daher: “Über den Lkw-Verkehr werden 77 Prozent des Gütertransports in Deutschland abgewickelt, und auch im letzten Jahr hat der Straßengüterverkehr weiter zugenommen. Angesichts des Klimawandels und der hohen Staatsverschuldung aufgrund der Wirtschaftkrise ist es unverantwortlich, den Steuerzahlern weiterhin die hohen Kosten des Lkw-Verkehrs aufzubürden.” Denn neben den Kosten für Straßenschäden kämen für den Steuerzahler auch Kosten für Umweltschäden und Gesundheitsausgaben aufgrund von Luftverschmutzung, Lärmbelästigung sowie Unfällen dazu.

Um die Allgemeinheit zu entlasten, müsse sich die Bundesregierung auf EU-Ebene dafür einsetzen, dass diese sogenannten externen Kosten in die Mauthöhe eingerechnet werden dürfen. Die derzeit geltende Lkw-Maut von durchschnittlich 16,3 Cent decke noch nicht einmal die vom Lkw-Verkehr verursachten Infrastrukturkosten ab. Allein dafür wäre eine Mauthöhe von 17 Cent notwendig. Um auch noch die externen Kosten abzudecken, fordert der VCD, die Maut schrittweise auf 45 Cent anzuheben. Zudem müsse die Maut für alle Lkw ab 3,5 Tonnen gelten und auf das gesamte Straßennetz ausgedehnt werden.

Heidi Tischmann, VCD-Verkehrsreferentin: “Die Maut muss weiterentwickelt werden, damit unsinnige Transporte vermieden und Gütertransporte auf die umweltfreundlichere Schiene verlagert werden. Durch den Lkw-Verkehr wird pro Tonne und Kilometer fast viermal soviel CO2 ausgestoßen wie durch den Schienengüterverkehr.” Um aber auf der Schiene einen Güterverkehrsstau zu vermeiden, werde dringend eine funktionstüchtige Schieneninfrastruktur benötigt. Mittel dafür seien jetzt durch das zweite Konjunkturprogramm der Bundesregierung vorhanden. Investiert werden müsse in das Bahnnebennetz, in Verladestationen, Überholgleise und Güterumschlaganlagen und in die Beseitigung der Engpässe in Bahnknoten wie Hamburg, Bremen, Mannheim, Köln und Frankfurt.

Noch keine Kommentare!

Schreibe einen Kommentar

Folgende Tags sind erlaubt: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>