SBB Cargo SBB Cargo SBB Cargo SBB Cargo SBB Cargo
 

15.06.07

Rekorde über Rekorde

messe1.jpgDie 11. transport logistic hat noch gar nicht ihre Türen geschlossen, da kommt die Messe München schon mit ihrem Abschlussbericht. Und der kann sich sehen lassen: Die Besucherzahl legte auf 47.000 zu, im Vergleich zur Vorveranstaltung ein Plus von 18 Prozent. Aus 113 Ländern registrierten sich Gäste, die Top Ten-Besucherländer waren neben Deutschland – in dieser Reihenfolge – Österreich, Niederlande, Italien, Schweiz, Tschechische Republik, Polen, Frankreich, Belgien, Großbritannien und Nordirland sowie Slowenien. Insgesamt kamen rund 14.000 Fachbesucher aus dem Ausland, was einem Anteil von über 30 Prozent an der Gesamtbesucherzahl entspricht. Der internationale Fachbesuch hat damit gegenüber der Vorveranstaltung um rund ein Drittel zugelegt. In den Ausstellungshallen und auf dem Freigelände präsentierten 1.580 Unternehmen aus 57 Ländern – ein Plus von 19 Prozent im Vergleich zur Vorveranstaltung – eine Vielzahl von Innovationen und Dienstleitungen für die intelligente und umweltfreundliche Bewältigung des weltweiten Güterverkehrs. Auch bei den Ausstellern verzeichnete die Messe eine starke internationale Beteiligung mit 40 Prozent.

Die in München vertretenen Güterbahnen zogen ebenfalls eine positive Bilanz. In ihrem Namen erklärte Johannes Ludewig, Exekutivdirektor der Gemeinschaft der Europäischen Bahnen (CER): „Die transport logistic 2007 bot wieder eine beeindruckende Plattform für den gesamten europäischen Eisenbahnsektor. Viele unserer Mitglieder aus allen Teilen Europas waren als Aussteller vertreten. Die Messe hat die Dynamik des liberalisierten Güterverkehrsmarktes bestens demonstriert.“ friseur.jpg

Und noch ein Rekord: 300 Frisuren in 24 Stunden – damit hat Express-Friseur Nico Petrillo seinen Eintrag ins „Guinness Buch der Rekorde“ geschafft. Nur rund fünf Minuten benötigte er pro Person für einen Haarschnitt. Wie die Kunden nachher aussahen, steht allerdings auf einem anderen Blatt. Manchmal ist Tempo doch nicht alles.

Hallo Nachbarn

Das Freigelände der Münchner Messe mit seinen nebeneinander liegenden Gleisen bringt es mit sich, dass man sich seine Nachbarn nicht aussuchen kann. Aber SBB Cargo hat es in diesem Jahr hervorragend getroffen. Denn auf dem nächsten Gleis präsentieren sich die Waggonbauer der WBN Waggonbau Niesky GmbH aus der ostsächsischen Kleinstadt Niesky.niesky.jpg

Und die haben auch den 4-achsigen Schiebewandwagen vom Typ Habbillns gebaut, in dem sich die SBB Cargo-Lounge auf der diesjährigen transport logistic befindet. Das Fahrzeug eignet sich für den Transport von witterungsempfindlichen, großvolumigen und palettierten Ladegütern und wird von SBB Cargo grenzüberschreitend eingesetzt. Durch seinen schmalen Firstträger ist eine optimale Zugänglichkeit, bei Einsatz einer entsprechenden Traverse auch von oben mittels Kran, gegeben. Auch Schutzwände zur Ladesicherung lassen sich einbauen.

Die Schweizer Güterbahn arbeitet intensiv mit den Waggonbauern aus Sachsen zusammen – auf der Messe ging es sogar so weit, dass sie den Alphornbläser an ihrem Stand auftreten lassen wollten.

Ohne funktionierende Infrastruktur ist alles Nichts

Am letzten Messetag auf der transport logistic 2007 ging es beim Thema Güterbahn noch einmal hart zur Sache. Diesmal allerdings nicht um die Fragen der Liberalisierung, sondern um die Probleme der Infrastruktur. In dem Forum „Neue Infrastrastruktur im europäischen Schienengüterverkehr“ des Verbandes der Bahnindustrie in Deutschland (VDB) diskutierten sowohl Vertreter der Hersteller wie auch der Eisenbahnverkehrsunternehmen.

In den kommenden Jahren – so VDB-Hauptgeschäftsführer Prof. Dr. Ronald Pörner – wird der Bedarf nach moderner Bahninfrastruktur im grenzüberschreitenden Schienenverkehr sowohl die Bahnindustrie als auch die Betreiber vor große Herausforderungen stellen – im Hochgeschwindigkeitsverkehr genauso wie im Schienengüterverkehr. „Nur wenn die zur Verfügung gestellte Infrastruktur mit den aktuellen Wachstumsraten Schritt halten kann, wird sich das erklärte Ziel der europäischen Verkehrspolitik auch wirklich realisieren lassen: nämlich mehr Verkehr von der Straße auf die Schiene zu bringen“, betonte der Verbandschef.

forum.JPGZwei europäische Vorzeige-Infrastrukturprojekte nehmen in dieser Woche offiziell ihren Betrieb auf: Der „Lötschberg-Basistunnel” in der Schweiz und die „Betuweroute” in den Niederlanden. Vor allem dieses letztere Projekt gab in dem Forum zu erheblicher Kritik Anlass, die Sven Flore, Geschäftsführer der Rail4chem Eisenbahnverkehrsgesellschaft mbH in Essen, in seinem Beitrag äußerst sarkastisch formulierte.

Zwar soll dieser Schienenkorridor die Fahrtzeit zwischen Rotterdam und Emmerich um theoretisch zwei Stunden verkürzen, doch die Kapazitäten werden wohl kaum genutzt werden können. Denn die Besonderheiten des neuen europäischen Zugsicherungssystems ETCS (European Train Control System) erlauben nur eine Benutzung der Strecke im Zweistundentakt. „Wenn das so bleibt, benötigen alleine wir die Hälfte der zur Verfügung stehenden Trassen“, meinte Flore.

Aber auch teure Umbaukosten der Loks und ein hoher bürokratischer Aufwand („wir mussten zwei Monate auf den Stempel für das Einsatzzertifikat für unsere Loks warten“) verärgern die Güterbahnen, die auf dieser Strecke fahren wollen. Das bittere Fazit der Veranstaltung: „Es wird wohl noch lange dauern, bis ein reibungsloser grenzüberschreitender Verkehr auf vielen Strecken möglich ist“.

Lötschberg-Basistunnel eröffnet

lotschberg.jpgNach rund achtjähriger Bauzeit ist heute morgen bei strömenden Regen der Lötschberg-Basistunnel vom Berner Oberland ins Wallis offiziell in Betrieb genommen worden. Er ist Teil der NEAT und mit 34,6 Kilometern Länge bis zur geplanten Eröffnung des Gotthard-Basistunnels im Jahr 2017 der längste Eisenbahntunnel der Schweiz und der drittlängste der Welt. Das Foto hier von der Eröffnungsveranstaltung haben wir gerade per Handy bekommen.

Das Bundesamt für Verkehr (BAV) der Schweiz hatte gestern Abend die Bewilligung für den Betrieb der neuen Strecke vom 15. Juni bis zum 8. Dezember erteilt. Bis zum Fahrplanwechsel am 9. Dezember wird die Linie in reduziertem Umfang kommerziell genutzt. In einer ersten Phase befahren nur Güterzüge das neue Tunnelsystem. Später werden Personenzüge hinzukommen, für die sich der Neubau auch am meisten lohnt.

Denn der Lötschberg-Basistunnel bringt zwar zusätzliche Kapazität für den Güterverkehr, doch kommt es hier nur zu geringfügig kürzeren Fahrzeiten bei den Zügen und damit zu einer relativ geringen Produktivitätssteigerung. Ursache dafür ist, dass die Simplonstrecke in Richtung Süd-Nord mit einer Steigung von 26 Promille eine Bergstrecke bleibt und weiterhin zwei Lokomotiven eingesetzt werden müssen.

Eine massive Kapazitäts- und Produktivitätssteigerung wird erst die Inbetriebnahme des Gotthard-Basistunnels bringen. Denn dann gibt es für den Güterverkehr durch die Alpen eine echte Flachbahn ohne große Steigungen. SBB Cargo erwartet durch den Verzicht auf eine zweite Lok und Schiebedienste eine Steigerung der Produktivität zwischen 20 bis 25 Prozent. Auch der Fahrzeitgewinn ist im Güterverkehr mit rund einer Stunde deutlich höher als am Lötschberg.

Lokführer gesucht

lok.jpgDer Simulator, wie er sonst zur Ausbildung der Lokführer bei der SBB Cargo eingesetzt wird, ist ein Höhepunkt auf unserem Messestand. Zahlreiche Besucher haben sich in den letzten Tagen hier bereits einen Traum erfüllt und sind – fast realitätsnah – durch die Schluchten des Gotthard-Massivs gefahren. Bei vielen konnte man das Glänzen in den Augen sehen, wenn sie die Hebel und Knöpfe betätigten, die so auch im Führerstand einer echten E-Lok zu finden sind.

Bei einigen der jüngeren Besucher des Simulators haben wir hoffentlich auch Interesse an diesem Beruf geweckt. Denn ich suche händeringend Lokführer. SBB Cargo Deutschland ist mit viel Schwung und mit grossem Erfolg in den Markt eingetreten. Unsere Strategie zielt auf Wachstum, weshalb wir unsere Dienstleistungen und unser Netz fortlaufend ausbauen. Und dafür brauchen wir auch weitere Lokführer.

Im Moment bilden wir in Deutschland bereits die dritte Lokführerklasse aus, die mit 18 jungen Leuten besetzt ist. Und im Jahr 2008 werden wir ganz neu eine Grundausbildung zum „Eisenbahner/in im Bahnbetrieb“ anbieten, die mit einer IHK-Prüfung endet. Auch dafür sind Bewerberinnen und Bewerber herzlich willkommen. Denn die Fahrt mit dem Simulator auf der Messe muss keine Eintagsfliege bleiben.

Annette Jordan, Geschäftsführerin SBB Cargo Deutschland

« Vorherige Einträge   Nächste Einträge »