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13.05.11

Die transport logistic 2011 schließt ihre Tore

Bei strahlendem Sonnenschein, was ja für die Aussteller im Freigelände besonders wichtig ist, schliesst in diesen Minuten die transport logistic in München ihre Tore. Wir möchten uns bei allen Leserinnen und Lesern bedanken und verabschieden uns mit einem kleinen Videofilm, der die vergangenen vier Tage zusammenfasst.

Bleibt der Schienengüterverkehr in Deutschland nur ein Hobby?

Die Messe München kann sich freuen: Die diesjährige transport logistic endet heute nicht nur mit einem Aussteller-Plus, sondern auch mit mehr Besuchern denn je: Insgesamt kamen über 51.000 Fachbesucher aus 134 Ländern.

„Die Stimmung war außerordentlich geschäftsfokussiert und positiv, ja richtiggehend gelöst. Die Branche ist voll im Aufschwung“, sagte Eugen Egetenmeir, Geschäftsführer der Messe München, zum Abschluss.
Mittlerweile leert sich – trotz ausgerufenem “Chef-Tag” und einigen hochkarätig besetzten Podiumsveranstaltungen – zusehends das Gelände. So fand die Abschlussdiskusion “Verkehrspolitik trifft Logistik: Politische Rahmenbedingungen contra Anforderungen der Logistikwirtschaft” in einem nur zur Hälfte besetzten Forum statt. Im Mittelpunkt der Diskussion standen vor allem Strassenverkehrsthemen: Von der PKW-Maut über Umgehungsstrassen bis hin zum Feldversuch mit dem Lang-LKW oder “Monstertruck” (wie ihn der Europaabgeordnete Ismail Ertug von der SPD nannte).

Wenn in der Diskussion einmal die Frage “Verkehrsverlagerung auf die Schiene” angesprochen wurde, was vom Prinzip her alle auf dem Podium vertretenen Parteien unterstützten, befassten sich die Beiträge doch sehr mit Details über einzelne Strecken usw. “Der Schienengüterverkehr wird eher als Hobby betrachtet, während das Geld in den Strassenverkehr fließt”, beklagte Dr. Anton Hofreiter, verkehrspolitischer Sprecher von Bündnis 90/Die Grünen im deutschen Bundestag, das grundsätzliche Problem. Angesichts einer Überlastung von 110 bis 120 Prozent an einigen neuralgischen Punkten im Schiennennetz forderte er eine Strategie zur schnellen Behebung der schlimmsten Engpässe. “Das sind zwar meist langweilige und unspektakuläre Massnahmen, hat aber die größten Effekte”, sprach sich der Verkehrsexperte gegen teure Prestigeprojekte aus.

Beim CSU-Polititiker Dr. Andreas Scheuer, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung und Koordinator der deutschen Bundesregierung für Güterverkehr und Logistik, traf er damit aber auf wenig Gegenliebe. Der freute sich lieber darüber, dass Deutschland nach einem aktuellen Ranking der Weltbank “Logistikweltmeister Nr. 1″ ist und warb ansonsten für den im vergangenen Jahr vereinbarten “Aktionsplan Güterverkehr und Logistik”. Aus dem ist allerdings das noch von der Vorgängerregierung formulierte Ziel, mehr Verkehr auf Schiene und Binnenwasserstraße zu verlagern, herausgestrichen worden. Denn – so die Begründung – man bevorzuge bewusst keinen Verkehrsträger, sondern betrachte alle Transportmittel als gleichwertig.

Im Gegensatz zu dieser Veranstaltung war der Schienengüterverkehr auf der gesamten Messe aber durchaus sichtbar, sogar stärker als in frühereren Jahren. Und so freut sich zum Beispiel Ake Wennberg, President Division Locomotives and Equipment des Lokherstellers Bombardier Transportation über viele positive Reaktionen: „Auf der transport logistic haben wir in diesem Jahr zwei Neuheiten präsentiert. Die Resonanz der zahlreichen Besucher an unserem Stand hat gezeigt: Der Markt ist mehr als reif für solche Innovationen.“

Impressionen vom letzten Messetag

Da der letzte Tag der Messe etwas ruhiger war, konnte sich unser Fotograf heute auch etwas mehr ausserhalb des SBB Cargo-Standes umschauen. Unter anderem traf er auf historische Fotos, die von den Anfängen des kombinierten Verkehrs in der Schweiz berichten, und einen Nachbau des Matterhorns in Halle 5A. Und er besuchte eine Auktion, auf der für einen guten Zweck tolle Mitbringsel – wie z.B. eine Glashütte-Uhr – für die Lieben zu Hause versteigert wurden. Denn die sollen ja auch etwas von der Messe in Erinnerung behalten.

Die Anfänge des kombinierten Verkehrs

Am Stand des Schweizer Bahnspediteurs Bertschi sind wir auf ein historisches Foto aus den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts gestossen, dass die Anfänge des kombinierten Verkehrs dokumentiert. Damals wurden die ersten Lastwagen auf Güterwagen der SBB verladen und über längere Strecken transportiert.

Ein weitverzweigtes Netz in der gesamten Schweiz

Mit einem Marktanteil von 23 Prozent am gesamten Transportvolumen hält SBB Cargo in der Schweiz eine europäische Spitzenposition. Grundlage dieses Erfolgs ist der Einzelwagenverkehr, der über ein weitverzweigtes Netz die Kunden überall erreicht – oft auch über Nacht. Peter Schär, Leiter Vertrieb von SBB Cargo, erläutert im Videointerview die Hintergründe dieser Erfolgsstory:

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