18.06.07

Kohle für das Klinikum

Wenn das Klinikum der Universität Freiburg im Breisgau heizt und Strom verbraucht, dann mit Kohle. Genauer gesagt mit einer speziellen Kohle für die Rostfeuerung des Heizkraftwerkes. Und dieser kostbare Brennstoff kommt aus Kolumbien, wird über den halben Erdball transportiert. Für die Strecke von Amsterdam nach Freiburg ist seit einiger Zeit die Schweizer Güterbahn verantwortlich.

kohle.JPGDort angekommen, entlädt das Team des Klinikums die Ladung von rund 75 Tonnen. Innerhalb einer Viertelstunde werden drei Wagen in das enge Anschlussgleis des Klinikums rangiert.. Und dabei sind das Abhängen der vollen Waggons, das Anhängen und das Wegziehen der leeren Wagen schon mit eingerechnet. Länger wäre beim besten Willen dafür auch nicht Zeit, denn das Abladen muss im Zwischentakt zur Freiburger S-Bahn geschehen, die auf dem gleichen Schienenstrang verkehrt.

Einmal in der Woche fährt der Kohlezug von Amsterdam nach Freiburg, mit 36 Wagen und mehr als 900 Tonnen Kohle. Also Routine? Ja, aber auch hier darf nichts schief gehen, sonst würden nicht nur die Patienten der Uniklinik bald frieren müssen und im Dunkeln sitzen.

17.06.07

Möbel über den Gotthard

Wenn sich jemand ein neues Sofa kauft, macht er sich selten Gedanken darüber, wo dieses Möbelstück herkommt und wie es ins Haus transportiert wird. Aber das ist durchaus spannend. Zumindest wenn die Einrichtungsgegenstände eine Reise durch den legendären Gotthard-Tunnel machen müssen, bis sie beim neuen Besitzer im Tessin ankommen. Die Möbel Pfister AG aus Basel zum Beispiel nutzt diese Verbindung, denn das Möbelhaus liefert zwei Drittel aller Möbel seinen Kunden beidseits des Gotthards direkt ins Haus.pfistertransport.JPG

Möglich machen dies Spezialcontainer, die schmaler als die herkömmlichen Blechkisten sind und durch ihre Leichtbaukonstruktion auch weniger ins Gewicht fallen. Im Inneren verfügen sie über Kondenswasserschutz, spezielle Anbindevorrichtungen und einen Holzboden, der ein problemloses Verschieben der Möbelstücke ermöglicht.

Nachdem die Container im Pfister-Zentrallager in Suhr mit Möbeln für die Tessiner Kundschaft beladen wurden, werden sie über Nacht per Bahn durch den Gotthard gefahren und können dann am anderen Morgen im Logistikstützpunkt Contone auf Lastwagen umgeladen und zu den Abnehmern gebracht werden. Woche für Woche schickt Pfister zehn solche Transporte über die Gotthardroute.

Insgesamt sind bei der SBB Cargo 14 Bahnwaggons mit „Pfister-Aufbau“ im Umlauf, die durch eine besondere Klemmvorrichtung die schmaleren Container sicher befördern. Pro Jahr spart das Möbelhaus durch den kombinierten Transport Strasse-Bahn rund eine halbe Million Lastwagen-Kilometer ein – nicht nur für die Umwelt ein Gewinn.

16.06.07

Weg mit dem Müll

muelll.jpgEr riecht nicht angenehm und sieht auch nicht schön aus. Deshalb ist es eine wirkliche Verbesserung, dass der Müll im Kanton Waadt in Lausanne nun unterirdisch transportiert wird. Per Güterbahn. Durch einen 3800 Meter langen Tunnel direkt in die Müllverbrennungsanlage Lausanne Tridel.

Als die neue hochmoderne Anlage in Betrieb ging, wurde auch gleich ein eigener, unterirdischer Bahnanschluss gebaut. Das schont die Umwelt erheblich, denn statt der Bahntragwagen würden sonst rund 50 Lkw täglich durch Lausanne fahren. So aber wird der Müll per Lastwagen eingesammelt, zu verschiedenen Bahnhöfen gefahren und für den Rest der Strecke umweltfreundlich auf die Schiene verlagert.

15.06.07

Stahl auf der Rolle

Dieser Name steht in Deutschland für Stahl: ThyssenKrupp. Und mit SBB Cargo hat der weltweit produktions- und umsatzstärkste Hersteller von Qualitätsflachstahl, ThyssenKrupp Steel in Duisburg, einen kompetenten Partner gefunden, der im Jahr knapp 220.000 Tonnen Blechrollen – so genannte Coils – aus dem Ruhrgebietcoils.jpg nach Italien und in die Schweiz transportiert. Das geschieht entweder direkt per Güterzug oder im kombinierten Schiffs- und Bahnverkehr.

Eine Blechrolle bringt dabei zwischen 15 und 20 Tonnen, manchmal sogar bis zu 36 Tonnen, auf die Waage. Seit 2005 starten in Duisburg wöchentlich drei Ganzzüge, die innerhalb von 24 Stunden ihr Ziel erreichen. Dafür werden die Wagen von vier Standorten in Nordrhein-Westfalen gesammelt und zu einem Zug zusammengestellt.

Diesen transportiert SBB Cargo zusammen mit ihren Tochtergesellschaften nach Desio in der Lombardei. Von dort gelangen die Coils via Umschlagplattform per Lkw zu den Kunden in der Automobil-, Verpackungs- und Baustoffindustrie. Und ein Teil der nässeempfindlichen Stahlrollen geht sogar – ebenfalls auf dem Bahnweg – weiter in Richtung Neapel.

14.06.07

Mineralwasser im Zug

wasser.JPGQuellklar und rein soll es sein: Mineralwasser: Auch nach einem Transport aus Umbrien, der Toskana, den Alpen und vom Comer See in die Schweiz. Dafür sorgt eine Kooperation von Spezialisten. Aus allen Regionen Italiens kommend, werden die Paletten mit den Mineralwasserflaschen in Desio gesammelt, gebündelt, vom Plattformbetreiber umgeschlagen und von SBB Cargo in die vier Zentrallager eines großen Schweizer Lebensmittelunternehmens transportiert. Diese Lösung überzeugt immer mehr Mineralwasserproduzenten. Sie lassen die Frachtexperten der Güterbahn inzwischen sogar die Zollformalitäten an der italienischen Grenze erledigen. Solange die Mineralwasserversorgung gesichert ist, kann der Sommer ruhig kommen. Einen ersten Vorgeschmack - so der Wetterbericht - liefert der heutige dritte Messetag.

13.06.07

Papierrollen auf großer Fahrt

re484.jpgSeit wenigen Tagen transportiert SBB Cargo Papierrollen für den Papierhersteller Stora Enso von Karlsruhe in die Ostschweiz. Damit setzt dieses Unternehmen als einer der globalen Marktführer in der Papierindustrie bei den Transporten erneut auf die Bahn. Schon seit Mai 2007 bringt SBB Cargo Wagengruppen vom Stora Enso-Werk Hagen nach Zofingen in der Schweiz. Die Papierrollen werden direkt ins Anschlussgleis eines führenden Schweizer Verlages geliefert.

Basis für die zusätzlichen Aufträge sind die effiziente Wagenzustellung und die eingehaltenen Laufzeiten bei Transporten, die SBB Cargo seit 2006 für Stora Enso durchführt. Die Albtal Verkehrsgesellschaft (AVG), ein Partnerunternehmen von SBB Cargo, holt die Wagengruppen im Werk ab und übergibt sie in Karlsruhe der Schweizer Güterbahn, die sie in ihre regelmäßigen Züge in die Schweiz integriert.

Dreimal in der Woche werden die Wagen mit den Papierrollen direkt in die Anschlussgleise verschiedener Schweizer Empfänger gebracht. „Wir sind mit SBB Cargo sehr zufrieden“, sagt Adolf Bernard, Rail Transport Manager Stora Enso Logistics.

12.06.07

Ausgerechnet Bananen

Mögen Sie etwa Bananen, die schon fleckig, matschig, weich auf dem Ladentisch liegen? Sonnengelb sollen sie sein, die exotischen Früchte, aber bissfest und süß. Das dass gelingt, dafür sorgt unter anderem SBB Cargo. Zum Beispiel auf dem Weg von Bremerhaven in die Schweiz. Jede Woche finden so 500 Tonnen Chiquita-Bananen – in 30.000 Kartons eng gestapelt – den Weg aus den Tropen zum größten Schweizer Lebensmittelhändler, der Migros.bananen.jpg

Wenn die Früchte aus Costa Rica an der Nordsee an Land gehen, dann müssen sie schnell und schonend umgeladen und auf die Schiene gebracht werden. Die Besonderheit dabei: Die Transporttemperatur der Bananen sollte immer konstant zwischen 13,6° und 16° Celsius bleiben. Und das vom Pflücken bis zur Ankunft in der Schweiz. Denn wenn dieser Wert überschritten wird, beginnt der Reifeprozess der Banane und der kann nicht mehr aufgehalten werden.

Deshalb werden extra für die empfindlichen Früchte temperaturbeständige Schiebewandwagen eingesetzt, die zu viel Wärme verhindern. Zweimal wöchentlich – montags und mittwochs – schickt SBB Cargo die Ladung mit den steinharten und grasgrünen Früchten aus dem Bremerhavener Kaiserhafen in Richtung Schweiz. Ab Köln werden die „Bananenwagen“ dann gegen Mitternacht in den täglich zwischen Duisburg und Norditalien verkehrenden SBB Cargo-Sammelzug eingegliedert.

Um elf Uhr des Folgetages haben sie in der Regel Basel erreicht, wo sie wieder aus dem Zug ausgegliedert und anschließend den Migros-Betriebszentralen in der gesamten Schweiz zugestellt werden. Dort warten auf die Bananen hermetisch abgedichtete Reifekammern, in denen sie in vier bis acht Tagen die ihnen eigene Stärke in Zucker umwandeln. Der süße Geschmack ist somit hergestellt, ebenso die typische gelbe Farbe – nur noch die Spitzen schimmern jetzt grünlich. Nun kann das letzte Stück der Reise beginnen: Temperaturkontrollierte Lastwagen bringen die Bananen zu den Migros-Märkten im ganzen Land, dort darf dann endlich beherzt zugelangt werden.

02.06.07

Lava aus der Eifel auf Schweizer Dächern

Vor rund 13.000 Jahren brodelte und kochte sie aus Vulkanen in der Eifel. Heute verhilft sie Dächern in der Schweiz zum lebendigen Grün: Lava. Wie sie den Weg zurücklegt? Ganz einfach, mit dem SBB Cargo-Sammelzug von Köln nach Basel. Einmal pro Woche werden ihm 20 Waggons mit diesem vulkanischen Splitt angehängt und nach Rotkreuz in der Schweiz transportiert.

vulkan.jpgDenn die Lava hat einen guten Ruf als Nährboden und Filtermaterial bei der Wasserreinigung. Und deshalb nutzt sie die Firma Waller Begrünungssysteme aus dem Kanton Luzern zu Dachbegrünungen, Intensivbepflanzungen oder für Innenraumbegrünungen. Dafür muss die Masse von Andernach nach Rotkreuz gelangen – das ging bislang per Schiff nach Basel und auf die Baustellen der Firma Waller.

Jetzt kommt der vulkanische Nährboden per Zug auf einem Nebengleis des Bahnhofes Rotkreuz an und kann von dort direkt umgeladen werden. Seit rund einem Jahr werden hier wie am Schnürchen jede Woche 20 Wagen mit jeweils 500 Tonnen Substrat entladen. Und schon zwei Monate nach dem Erstkontakt von Waller mit der Schweizer Güterbahn ging bereits der erste Transport auf große Fahrt.

20.05.07

Mit dem Zirkus Knie auf Tour

Zirkus Knie

“Fantastico” heißt das neue Programm, mit dem der legendäre Circus Knie Ende März auf seine diesjährige Tour durch 46 Schweizer Städte aufgebrochen ist. Transportiert werden die 80 Fahrzeuge und Anhänger mit sämtlichem Material auf der Bahn.

SBB Cargo stellt dazu zwei Extrazüge mit 46 Güterwagen bereit - zusammen 700 Meter lang und 1200 Tonnen schwer. Da nicht jeder Vorstellungsort in der Nähe eines Bedienpunktes der Schweizer Güterbahn liegt, mussten die Wagen bisher teilweise recht weit entfernt abgestellt werden. Etwa in Locarno. Doch das ist bald Vergangenheit. Denn die Ingenieure von SBB Cargo haben zusammen mit dem Zirkus eine mobile Rampenlösung entwickelt.

Aber auch schon heute klappt die Logistik wie am Schnürchen: Wenn der letzte Zuschauer das Zirkuszelt verlassen hat, dauert es Dank guter Vorbereitung gerade einmal drei Stunden bis zum Aufbruch der beiden Züge. Über Nacht fahren die Lokführer die bunten Wagen dann an den nächsten Auftrittsort. Damit es auch dort heißen kann: Manege frei für den Circus Knie.