15.06.07

Lötschberg-Basistunnel eröffnet

lotschberg.jpgNach rund achtjähriger Bauzeit ist heute morgen bei strömenden Regen der Lötschberg-Basistunnel vom Berner Oberland ins Wallis offiziell in Betrieb genommen worden. Er ist Teil der NEAT und mit 34,6 Kilometern Länge bis zur geplanten Eröffnung des Gotthard-Basistunnels im Jahr 2017 der längste Eisenbahntunnel der Schweiz und der drittlängste der Welt. Das Foto hier von der Eröffnungsveranstaltung haben wir gerade per Handy bekommen.

Das Bundesamt für Verkehr (BAV) der Schweiz hatte gestern Abend die Bewilligung für den Betrieb der neuen Strecke vom 15. Juni bis zum 8. Dezember erteilt. Bis zum Fahrplanwechsel am 9. Dezember wird die Linie in reduziertem Umfang kommerziell genutzt. In einer ersten Phase befahren nur Güterzüge das neue Tunnelsystem. Später werden Personenzüge hinzukommen, für die sich der Neubau auch am meisten lohnt.

Denn der Lötschberg-Basistunnel bringt zwar zusätzliche Kapazität für den Güterverkehr, doch kommt es hier nur zu geringfügig kürzeren Fahrzeiten bei den Zügen und damit zu einer relativ geringen Produktivitätssteigerung. Ursache dafür ist, dass die Simplonstrecke in Richtung Süd-Nord mit einer Steigung von 26 Promille eine Bergstrecke bleibt und weiterhin zwei Lokomotiven eingesetzt werden müssen.

Eine massive Kapazitäts- und Produktivitätssteigerung wird erst die Inbetriebnahme des Gotthard-Basistunnels bringen. Denn dann gibt es für den Güterverkehr durch die Alpen eine echte Flachbahn ohne große Steigungen. SBB Cargo erwartet durch den Verzicht auf eine zweite Lok und Schiebedienste eine Steigerung der Produktivität zwischen 20 bis 25 Prozent. Auch der Fahrzeitgewinn ist im Güterverkehr mit rund einer Stunde deutlich höher als am Lötschberg.

06.06.07

Hupac feierte 40. Geburtstag

Größter Kunde von SBB Cargo im Bereich kombinierter Verkehr ist die Hupac-Gruppe. Der führende europäische Kombi-Operateur, dessen Firmennamen von „Hucke-Pack“ herrührt, feierte am 1. Juni mit dem Internationalen Verkehrsforum „Mit Marktöffnung zur Verkehrsverlagerung” in Lugano sein 40. Jubiläum. Hans-Jörg Bertschi, Präsident des Verwaltungsrats des Hupac AG, eröffnete die Konferenz und rund 300 Gäste verfolgten die Vorträge namhafter Experten und die anschliessende Podiumsdiskussion.

hupac_rollingstock_2s.jpgWettbewerb tut gut, das gilt auch für die Bahn”, betonte Bertschi, „der Schienengüterverkehr wächst am stärksten in den Ländern, in denen die Marktöffnung am weitesten fortgeschritten ist.” Doch da sei noch viel zu tun. „Acht Jahre nach Inkrafttreten der Bahnreform 1 in der Schweiz und fünf Jahre nach Inkrafttreten des 1. Bahnpakets der EU erzielen die neuen privaten Bahnunternehmen einen Marktanteil von unter 10%. Wir wüschen uns, dass die Politik in Bern, in Brüssel und in den einzelnen europäischen Ländern den Prozess der Bahnliberalisierung zielorientiert steuern und vorantreiben, damit der Schienengüterverkehr am prognostizierten Marktwachstum des Güterverkehrs teilhaben und die Strassen entlasten kann”, schloss Hans-Jörg Bertschi seine Rede ab (die hier nachgelesen werden kann).

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05.06.07

Binnenhäfen fordern intelligente Vernetzung

Der Bundesverband Öffentlicher Binnenhäfen (BÖB), der mit 22 Mitausstellern in Halle B4 (225/326) auf der transport logistic 2007 vertreten ist, fordert in Deutschland eine Integration aller Verkehrsträger an stadtnahen Standorten mittels nachhaltiger Transportkonzepte. “Ein Kernziel des geplanten Masterplans Güterverkehr und Logistik ist die Förderung von Konzepten für intelligente Vernetzung“, sagte BÖB-Geschäftsführer Karl Michael Probst im Vorfeld der Messe und forderte “mehr Bundesunterstützung bei der Fortentwicklung der Binnenhafenstandorte“.

agv_rotterdam.jpg Auf der diesjährigen transport logistic werden sich rund 100 internationale See- und Binnenhäfen präsentieren, darunter beispielsweise Europas größter Binnenhafen Duisburg oder internationale Güterumschlagplätze wie die Häfen Antwerpen, Hamburg, Le Havre und Rotterdam.

Den Hafen Rotterdam hat SBB Cargo gerade an ihr Netz für Wagenladungs- und Haus-Haus-Verkehre angeschlossen. Dadurch können jetzt auch Kunden mit Transporten von oder nach den Niederlanden die Angebote der Schweizer Güterbahn, die vorerst dreimal wöchentlich direkte Shuttlezüge zwischen Köln und Rotterdam einsetzen wird, nutzen.

Integraler Bestandteil des BÖB-Messeauftritts in München ist ein mehrtägiges Veranstaltungsforum mit hochrangigen Vertretern aus Politik und Wirtschaft. Geplant ist beispielsweise ein “Tag der Häfen” am 13. Juni mit Best-Practice-Beispielen sowie ein “Tag der Logistik” am 14. Juni.

04.06.07

Jetzt auch bis nach Rotterdam

Seit letzter Woche rollen direkte Shuttlezüge von SBB Cargo dreimal wöchentlich zum niederländischen Nordseehafen Rotterdam. Damit erschließtrotterdam.jpg die Schweizer Güterbahn einen strategisch wichtigen Bedienpunkt auf der europäischen Nord-Süd-Achse. Die Verbindung wird in das bestehende Netzwerk für Wagenladungs- und Haus-Haus-Verkehre integriert und ermöglicht dadurch schnelle Transportzeiten. Aufgebaut wurde sie in enger Zusammenarbeit mit der SBB Cargo-Tochter ChemOil Logistics und in Kooperation mit Veolia.

Mit dem Anschluss von Rotterdam an das stark erweiterte internationale Netzwerk für Wagenladungs- und Haus-Haus-Verkehre können nun auch Kunden mit Transporten von oder in die Niederlande die Angebote von SBB Cargo nutzen. Transportiert werden momentan hauptsächlich Chemieerzeugnisse und Stahlprodukte, beispielsweise für die Firma Steinweg Kupferprodukte.

23.05.07

Weniger Brummis durch die Schweiz

LKW-Stau

Trotz brummender Konjunktur hat der Lastwagen-Transit auf der Nord-Süd-Querung der Alpen durch die Schweiz nicht weiter zugenommen. Das gesamte Wachstum wurde auf der Schiene abgefangen“, schreibt die Frankfurter Rundschau und zitiert den Sprecher des Schweizer Bundesamtes für Verkehr, Gregor Saladin.

Nach seinen Aussagen „hat die Eisenbahn inzwischen am transalpinen Güterverkehr einen Anteil von 66 Prozent“. Das sei ein Prozentpunkt mehr als noch vor einem Jahr. Im Gegensatz dazu würden in den Nachbarländern Österreich und Frankreich zwischen 20 und 30 Prozent mit Zügen transportiert, die große Masse entfalle auf Lastwagen.

Der bereits erzielte Anteil von zwei Dritteln am Gütertransport reicht aber nicht aus“, sagte Saladin der Zeitung und erinnert an die Volksabstimmung, die eine Verlagerung des internationalen Güterverkehrs auf der Schiene beschlossen hat. Dabei sei man auf einem guten Weg. So konnten von 1,4 Millionen LKW-Fahrten, wie sie noch 1999 auf den vier Alpenrouten gezählt wurden, bereits gut 200.000 abbauen. „Ohne eine Verlagerung nach Österreich oder Frankreich“, wie der Behördensprecher betonte.

Parallel zu dieser Reduzierung der Lastwagenfahrten konnte die auf der Schiene transportierte Gütermenge um 22 Prozent gesteigert werden. Das stärkste Wachstum erzielte dabei der kombinierte Verkehr aus Containern und unbegleiteten Sattelaufliegern. „Insgesamt konnte die Bahn ihren Güteranteil im Alpentransit seit 2004 kontinuierlich steigern, nach dem er seit Eröffnung des Gotthard-Straßentunnels 1980 ständig gesunken war“, berichtete Saladin.

Mit den neuen Eisenbahntunnels Lötschberg (Eröffnung im Juni 2007) und Gotthard in voraussichtlich zehn Jahren werde das Ziel angestrebt, die Zahl der Lastwagen-Transporte durch die Schweit auf 650.000 zu reduzieren. „In Zusammenhang mit der Güterverkehrsverlagerung im Alpentransit hatten die Schweizerischen Bundesbahnen SBB 2002 in Duisburg sowie in Norditalien Cargo-Tochterunternehmen gegründet. Auf der Strecke Mannheim-Basel hat SBB Cargo einen Anteil am Schienengüterverkehr von 30 Prozent“, schreibt die Frankfurter Rundschau weiter.