17.06.07

Möbel über den Gotthard

Wenn sich jemand ein neues Sofa kauft, macht er sich selten Gedanken darüber, wo dieses Möbelstück herkommt und wie es ins Haus transportiert wird. Aber das ist durchaus spannend. Zumindest wenn die Einrichtungsgegenstände eine Reise durch den legendären Gotthard-Tunnel machen müssen, bis sie beim neuen Besitzer im Tessin ankommen. Die Möbel Pfister AG aus Basel zum Beispiel nutzt diese Verbindung, denn das Möbelhaus liefert zwei Drittel aller Möbel seinen Kunden beidseits des Gotthards direkt ins Haus.pfistertransport.JPG

Möglich machen dies Spezialcontainer, die schmaler als die herkömmlichen Blechkisten sind und durch ihre Leichtbaukonstruktion auch weniger ins Gewicht fallen. Im Inneren verfügen sie über Kondenswasserschutz, spezielle Anbindevorrichtungen und einen Holzboden, der ein problemloses Verschieben der Möbelstücke ermöglicht.

Nachdem die Container im Pfister-Zentrallager in Suhr mit Möbeln für die Tessiner Kundschaft beladen wurden, werden sie über Nacht per Bahn durch den Gotthard gefahren und können dann am anderen Morgen im Logistikstützpunkt Contone auf Lastwagen umgeladen und zu den Abnehmern gebracht werden. Woche für Woche schickt Pfister zehn solche Transporte über die Gotthardroute.

Insgesamt sind bei der SBB Cargo 14 Bahnwaggons mit „Pfister-Aufbau“ im Umlauf, die durch eine besondere Klemmvorrichtung die schmaleren Container sicher befördern. Pro Jahr spart das Möbelhaus durch den kombinierten Transport Strasse-Bahn rund eine halbe Million Lastwagen-Kilometer ein – nicht nur für die Umwelt ein Gewinn.

10.06.07

Gotthard-Jubiläum wird weltweit gefeiert

In einem ausführlichen Artikel hat sich die Frankfurter Rundschau mit dem 125. Jubiläum der Gotthardbahn beschäftigt. Unter anderem schreibt das Blatt: gotthard_internet.jpgVon Anbeginn bildete die Gotthard-Bahn auch eine große Herausforderung an die Lokomotiv-Industrie.

Die Züge mussten schneller werden, gleichzeitig aber stieg ihr Gewicht unaufhaltsam. Mit Dampf war das bald nicht mehr zu schaffen, ganz abgesehen von der Lebensgefahr für die Lokführer, die fast zehn Minuten lang durch den Gotthard-Tunnel fuhren und dabei hochgiftige Abgase einatmen mussten.

1913 beschlossen die Schweizerischen Bundesbahnen, die vier Jahre zuvor die Gotthard-Bahn übernommen hatten, die Strecke zu elektrifizieren. Während die Kohle teuer importiert werden musste, produzierte die Schweiz selbst seit langem Elektrizität durch Wasserkraft. Die Ära der Dampfloks ging auf der Strecke Luzern - Chiasso 1922 zu Ende.“

Gefunden haben wir den Hinweis auf diesen interessanten Artikel im Weblog 24 Hours von Andreas Hobi. Er ist Kondukteur bei SBB Personenverkehr, bloggt schon länger und stellt wirklich eine unerschöpfliche Informationsquelle zum Schweizer Eisenbahnwesen dar.

21.05.07

Gotthardbahn vor über 100 Jahren

Jochen Biemann, der sich auf seiner Website „Bahnen im Rheinland“ vornehmlich mit dem Eisenbahnwesen in seiner Heimatregion beschäftigt, schaut ab und zu weit über den Tellerrand. So hat er nicht nur die vermutlich umfangreichste Sammlung von über 1500 Filmen zusammengestellt, in denen die Eisenbahn eine Rolle spielt, sondern auch eine Reihe von historischen Aufnahmen mit Dampflokomotiven der Gotthardbahn einem größeren Publikum zugänglich gemacht. Hier ein Beispiel:

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125 Jahre Gotthardbahn: Allen Grund zum Feiern

Als vor 125 Jahren die Gotthardbahn in Betrieb genommen wurde, löste dies auf beiden Seiten des Alpen-Massivs einen wirtschaftlichen Boom aus. Die Eisenbahn, damals noch dampfgetrieben, verläuft auch heute noch durch einen knapp 15 Kilometer langen Tunnel durch die Granitfelsen, an dem 3400 Arbeiter neun Jahre lang gebohrt haben.

sbb-gotthard.jpgSein Bau, der als das herausragende verkehrstechnische Ereignis des 19. Jahrhunderts gilt, veränderte das Reisen und den Güterverkehr in Europa nachhaltig. Wurde doch die Nord-Süd-Verbindung durch die Alpen mit dem damals längsten Eisenbahntunnel der Welt wesentlich verkürzt.

Täglich passieren heute rund 150 bis160 Güterzüge den Tunnel. Knapp 75 % davon fahren in der Verantwortung von SBB Cargo. Von den 17,6 Millionen Tonnen Gütern, die 2005 auf diesem Weg befördert wurden, entfielen 14,6 Mio. Tonnen auf die Güterbahn mit Hauptsitz in Basel. Damals brachte der Gotthardtunnel grosse Wirtschaftsräume einander näher; heute tut das die Liberalisierung im europäischen Güterverkehr.

Als erste Güterbahn Europas hat SBB Cargo die Chancen und Herausforderungen dieser Liberalisierung angepackt und transportiert die Güter im Takt und durchgehend von Deutschland nach Italien und zurück. Der Gotthard ist dabei auch heute noch ein wesentliches Rückgrat für die gesamten Nord-Süd-Verkehre.

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