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02.04.12

Sanierung SBB Cargo: Stellenabbau ist unumgänglich – keine Entlassungen

Gestern ist in der SonntagsZeitung ein Interview mit SBB-CEO Andreas Meyer erschienen, in dem auch die Sanierung von SBB Cargo angesprochen wird. Dazu noch einige Zusatzinformationen.

Zur Zeit laufen die Gespräche mit den Kunden, den Branchenverbänden und den Kantonen zur Sanierung des zukünftigen Bediennetzes im Schweizer Wagenladungsverkehr (WLV) von SBB Cargo. Die Teams von Vertrieb und Produktion prüfen mit den Kunden zusammen für jeden der 155 zur Diskussion stehenden Bedienpunkte, ob alternative Lösungen möglich sind. Dazu gehört, dass Preis- oder Mengensteigerung, die Konzentration auf andere Punkte, kombinierte Lösungen Schiene/Strasse oder der Verzicht auf die Bedienung geprüft werden. Da die Gespräche noch laufen, steht das zukünftige Bediennetz noch nicht fest. Die Änderungen sind geplant für den Fahrplanwechsel im Dezember 2012.

Blick nach vorn: Die nächsten 10 Jahre braucht der Personenverkehr rund 1000 neue Lokführerinnen und Lokführer

Klar ist, dass die Sanierung des WLV auch Auswirkungen auf das Personal hat. Wie bereits mehrmals angekündigt, wird ein Stellenabbau in der Produktion unumgänglich sein. Insgesamt ist mit einem Abbau von bis zu 200 Stellen zu rechnen. Die Zahl der Personen, die ihre Stelle verlieren werden, ist jedoch wesentlich tiefer.

Rund 30 Stellen im operativen Bereich von SBB Cargo sind bereits heute nicht besetzt und können ohne Folgen für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aufgehoben werden. Aufgrund der Altersstruktur werden auch Frühpensionierungen möglich sein. Rund 45 Stellen betreffen Lokführer, wofür bei SBB Personenverkehr ein grosser Bedarf besteht: Über die nächsten 10 Jahre wird der Personenverkehr rund 1000 Lokführerinnen und Lokführer rekrutieren müssen. Insgesamt rechnet SBB Cargo damit, dass maximal 100 Personen die Stelle verlieren werden.

Wie bei den SBB üblich, wird es im GAV-Bereich keine Entlassungen geben. Mitarbeitende, welche ihre Stelle verlieren, werden bei der Stellensuche und beruflichen Neuorientierung durch die SBB unterstützt.

29.03.12

Jahresbilanz 2011: SBB Cargo verbessert Ergebnis deutlich

Bei ihrer Bilanzmedienkonferenz konnten die SBB heute gute Nachrichten verkünden: Das Konzernergebnis fiel trotz eines markanten Ergebnisrückgangs im Personenverkehr und einer rückläufigen Nachfrage im Binnengüterverkehr mit CHF 338,7 Mio. erfreulich aus. Auch SBB Cargo legte im vergangenen Jahr wichtige Grundsteine für die Zukunft des Schienengüterverkehrs.

Der Wagenladungsverkehr in der Schweiz wird neu positioniert

Pro Tag transportierte die Schweizer Güterbahn 2011  im Durchschnitt 195 000 Tonnen Güter. Der Verkehrsertrag hat zwar von CHF 894,4 Mio. auf CHF 840 Mio. abgenommen. Trotzdem gelang es, das Ergebnis um 28 Prozent auf CHF -46 Mio. zu verbessern (2010 CHF -64 Mio.) Wichtige Meilensteine im 2011 – so der Geschäftsbericht – waren die Ausgliederung von SBB Cargo International, die Arbeiten für die Neupositionierung des Wagenladungsverkehrs und die Weiterentwicklung des Binnen-KV.

Zu den negativen Effekten, die zum Rückgang des Verkehrsertrages führten, zählt vor allem der tiefe Euro-Kurs. Er schmälerte das Ergebnis um über CHF 30 Mio. Gezielte Aussteuerungen von unrentablen Verkehren sowie Konkurse und Standortschliessungen von Kunden führten zum restlichen Rückgang. Das Ergebnis von CHF –46 Mio. wurde zudem durch grössere Sondereffekte belastet, vor allem zusätzliche Rückstellungen für das laufende Sanierungsprogramm und ein Impairment (Wertberichtigung) auf der Flotte für sanierungsbedürftige Güterwagen und auszumusternde Rangierloks.

SBB Cargo hat unter anderem die Effizienz bei den Zügen gesteigert und die IT-Kosten gesenkt. Auch ein verbesserter Einsatz des Personals und die weitere Reduktion der Flotte um rund 500 Wagen und 40 Loks trugen zu dieser Verbesserung bei. Das ist eine ausserordentliche Leistung in einem Geschäft, das einen derart hohen Anteil fixer Kosten hat.

Euro wirkt sich auf Schweizer Geschäft und Transit aus

Zuwächse gab es 2011 bei den Verkehren für die Bau- und Agrarwirtschaft

Deutlich mehr Verkehrsleistung als 2010 verzeichnete im vergangen Jahr die Branche Agro. Zudem wurden Verkehrszuwächse in der Branche Bau realisiert. Rückläufige Umsätze gegenüber 2010 waren hingegen beim Handel, bei Holz und Papier, beim Stahl und beim Mineralöl zu verzeichnen.

Vom starken Franken ist SBB Cargo sowohl direkt wie indirekt betroffen. Der Import-/Export Verkehr wird in Euro abgerechnet, da der Markt auch auf Strasse und Wasser durch EU-Unternehmen geprägt ist. Zusätzlich leidet die Schweizer Wirtschaft in den meisten Branchen, die für SBB Cargo wichtig sind, unter dem Eurokurs. Die Verkehrsleistung im Schweizer Geschäft in diesem Bereich ging deutlich zurück und lag im Jahr 2011 bei 5400 Mio. Ntkm (2010: 6620 Ntkm).

SBB Cargo International setzte anfangs 2011 die Konzentration auf die Traktionsleistungen gemeinsam mit den Kunden um. Im Startjahr hat das Tochterunternehmen eine Verkehrsleistung von 6945 Mio. Nettotonnenkilometer erbracht. Das erste Jahr war geprägt durch den schwachen Euro sowie ausserordentliche Ereignisse. Dazu gehörten der Brand im Simplontunnel und der Unfall im deutschen Müllheim in der Nähe von Basel.

Zentrale Rolle von SBB Cargo im Güterverkehr bleibt

Die schwachen Konjunkturaussichten, der voraussichtlich anhaltend starke Schweizer Franken und die prognostizierten wirtschaftlichen Schwierigkeiten der Schweizer Industrie fordern von SBB Cargo weiterhin grosse Anstrengungen, um das Transportvolumen zu halten. Positiv können sich die zunehmenden Stauzeiten auf dem Nationalstrassennetz auswirken, weil die Planbarkeit der Bahntransporte als Marktvorteil gewinnt.

Der Schienengüterverkehr wird zentraler Teil der Logistikkette der Wirtschaft bleiben. SBB Cargo hat einen Anteil von 23 Prozent an der gesamten Transportleistung Strasse/Schiene. Damit ist das Unternehmen das grösste Gütertransportunternehmen der Schweiz und erbringt eine Leistung, die für die Schweizer Wirtschaft und das ganze Land unverzichtbar ist.

Weitere Details zum Geschäftsjahr 2011 der SBB sind online auf http://www.sbb.ch/sbb-konzern/ueber-die-sbb.html zu finden.

27.03.12

Vertriebsneuorganisation: Erfolgreich im Gefahrgut-Transport

Anfang 2012  hat SBB Cargo den Vertrieb neu organisiert. In einer kleinen Serie stellen wir hier im Blog die Hintergründe und die Verantwortlichen für die einzelnen Business Units vor. Heute Claus Rütten, der seit dem Sommer letzten Jahres Geschäftsführer der ChemOil Logistics AG ist. Die Tochterfirma der Schweizer Güterbahn tritt bereits seit 1999 selbstständig am Markt für Chemie- und Mineralöltransporte auf. Jetzt hat sich auch intern ihre Rolle verändert.

ChemOil Logistics bearbeitet die Branchen Chemie und Mineralöl seit fast 13 Jahren erfolgreich“, sagt Claus Rütten. Als Gesamtlogistikanbieter mit Schwerpunkt Schiene liegt die Kernkompetenz in der Organisation und Abwicklung von Gütertransporten von Tür zu Tür und Einbeziehung aller verfügbaren Verkehrsträger. Dazu zählen neben der reinen Beförderung auf Kundenwunsch eine Vielzahl an Nebenleistungen, wie zum Beispiel Bewirtschaftung der Wagenflotten, Analyse der Abläufe und Prozesse sowie Beratung hinsichtlich die Optimierung der Lieferkette.

Nach außen verändert sich durch die Neuorganisation nichts. Im Inneren gelten nun neue Spielregeln“, betont Rütten. Der 42-jährige gebürtige Deutsche lebt seit acht Jahren in der Schweiz. Nach vier Jahren bei SBB Cargo wechselte er 2008 zu ChemOil Logistics. Zuvor hat er bei der Deutschen Bahn und im Logistik-Einkauf beim Chemiegiganten Bayer gearbeitet. Diese Kenntnis der beiden Seiten des Schreibtischs kommt ihm heute in den Kundengesprächen sehr zu Gute: „Wenn mir dort ein Kunde  gegenübersitzt, der sich Sorgen wegen der Komplexität der Innerwerks-Logistik macht,  die wir transportieren sollen, kenne ich die Materie und kann auf Augenhöhe mit ihm sprechen.“

Zu den Kunden von ChemOil Logistics zählen grosse Chemieunternehmen wie BASF, syngenta, Lonza oder Evonik ebenso wie die Mineralölkonzerne bp, Tamoil oder  Esso. Mit einem eigenen Verkauf in Italien,  Deutschland und BeNeLux blickte das Unternehmen schon immer über den Tellerrand und war international aufgestellt. Das wirkte sich zum Beispiel aus, als die BASF-Gruppe 2009 die Ciba Holding übernahm. Denn da die Bahnspedition mit beiden Unternehmen zusammenarbeitete, konnte sie sehr schnell die Verkehre aller Standorte  bündeln.

Claus Rütten, dessen beide Töchter – sieben und vier Jahre alt – ihm nur noch frühmorgens Zeit für den geliebten Sport lassen, sieht Wachstumschancen für die neue Business Unit vor allem im Ausland, da in der Schweiz bereits ein sehr hoher Marktanteil besteht und insgesamt schwarze Zahlen geschrieben werden. Er weiss aber auch, dass Gefahrgut-Logistik vor allem Vertrauenssache ist. Die langjährigen Kundenbeziehungen zu führenden Unternehmen der Branche seien dabei die beste Empfehlung.

Bisher sind in dieser Serie erschienen:

Teil 3: Mehr Effizienz im Wagenladungsverkehr

Teil 2: Wachstumsmarkt Kombinierter Verkehr

Teil 1: Jeder ein Unternehmer

 

23.03.12

Bundesrat hat keine Einwände gegen Einstellung von Bedienpunkten im Netz von SBB Cargo

Wie das Bundesamt für Verkehr (BAV) mitgeteilt hat, gibt es von Seiten des Bundesrats keine Einwände gegen die Pläne von SBB Cargo, landesweit 155 Bedienpunkte zu überprüfen und allenfalls nicht mehr zu bedienen. Nur 29 der 155 in Frage gestellten Bedienpunkte des Wagenladungsverkehrs (WLV) gehörten zum von SBB Cargo publizierten Grundnetz für die flächendeckende Versorgung im Auftrag des Bundes, hielt das BAV in seiner Mitteilung fest. Die anderen seien mit den Kunden vereinbarte Lösungen, für welche die SBB allein die Verantwortung trage.

Gesamtkonzeption ist in Arbeit

Aus Sicht des Bundesrates sei die vorgesehene Reduktion volkswirtschaftlich vertretbar. Er sieht darin kein Präjudiz für die vom Parlament geforderte Gesamtkonzeption zum Schienengüterverkehr in der Fläche, welche er in den nächsten Monaten erarbeiten wird. In Übereinstimmung mit der SBB verzichtet der Bundesrat deshalb auch darauf, dem Parlament zusätzliche finanzielle Abgeltungen für den Schienengüterverkehr in der Fläche zu beantragen. Damit sieht der Bund von einer Bestellung der Bedienung der 29 von der Sanierung betroffenen Punkte im Grundnetz ab.

Der Bund erwartet allerdings, dass SBB Cargo für die von der Sanierung betroffenen Kunden neben einem Verzicht auf die Bedienung auch die Verlagerung auf alternative Punkte, Preis- und/oder Mengensteigerungen und Lösungen im kombinierten Verkehr prüft.

Grosses Echo in den Medien

Für die Schweizer Güterbahn ist dieser Entscheid des Bundesrates erfreulich, da sie den in ihren strategischen Zielen geforderten unternehmerischen Weg  im Binnengüterverkehr bestätigt.

Gespräche mit den Kunden laufen

Zur Zeit laufen dazu die Gespräche mit den Kunden, den Branchenverbänden und den Kantonen. Die Teams von Vertrieb und Produktion prüfen mit den Kunden zusammen für jeden der 155 zur Diskussion stehenden Bedienpunkte, ob alternative Lösungen möglich sind. Falls keine wirtschaftlich sinnvolle Lösung gefunden werden kann, werden diese Zustellpunkte auf den Fahrplanwechsel ab Ende Jahr nicht mehr bedient. Welche konkreten Auswirkungen das haben wird, steht erst nach Abschluss aller Arbeiten fest.

Die Sitzung des Bundesrates zur Sanierung des Wagenladungsverkehr in der Schweiz sorgte in den letzten Tagen für ein grosses Medienecho mit unterschiedlichem Tenor. „Noch immer unterhält SBB Cargo ein Netz von rund 500 Bedienpunkten; etwa die Hälfte davon sind Ausgangs- oder Zielort für lediglich 3 Prozent der Wagen. Eine solche Station ist Bauma ZH. Dort verkehrten 2010 lediglich 187 Wagen“, nennt die Handelszeitung in ihrem zweiseitigen Artikel ein konkretes Beispiel und kommt zu dem Ergebnis: „Auf die SBB und ihre Cargo-Sparte wartet noch viel Arbeit.

19.03.12

Kundenservice: Das Gesicht hinter der Nummer / Teil 5

Die Tasten-Nummer “2″ bildet den Abschluss unserer kleinen Serie, in der wir die Gesichter hinter den Telefonnummern des SBB Cargo Kundenservices (0800 707 100) vorstellen.

Aco Ristic hat einen vielseitigen Job. Am Telefon ist er in seinem Element. “Man hört viele verschiedenen Sprachen und Dialekte, und man muss kommunikativ sein sowie die Probleme der Kunden schnell und effektiv lösen können, sagt Ristic. “Wenn ich nicht am Telefon arbeite, dann bin ich bei verschiedenen teaminternen Projekten dabei und gebe mein Bahnwissen gerne weiter.” Der Mann aus Bern mit serbischen Wurzeln berät Kunden aus dem In- und Ausland und interne Mitarbeiter von SBB Cargo im Zusammenhang mit Transportaufträgen und Online-Systemen.

Wo befindet sich zurzeit mein Wagen, will ein Kunde wissen? Was befindet sich in diesem Wagen, will ein Rangierarbeiter erfahren? Ristic ist zusammen mit acht Kolleginnen und Kollegen im Kundenservice von SBB Cargo für solche Fragen zuständig. Man erreicht ihn nach dem Wählen der Hauptnummer 0800 707 100 über die Taste 2.

Tritt zum Beispiel bei einem Güterwagen während der Fahrt ein Defekt auf, muss Ristic den Kunden informieren und auf dem Laufenden halten betreffend der Reparaturdauer. “Manchmal muss ich auch einen Hilfszug organisieren oder in seltenen Fällen sogar die Feuerwehr aufbieten“, sagt Aco Ristic. Zugute kommt ihm bei seinem Job eine grosse Erfahrung: Seit 13 Jahren ist inzwischen im Kundenservice tätig, zuvor war er selbst Rangierarbeiter bei der SBB. “Dies ist sicher ein Vorteil“, sagt Ristic mit einem gewissen Stolz.

In seiner knappen Freizeit ist der Vater von zwei kleinen Kindern gerne draussen. Er ist ein leidenschaftlicher Angler, und er hat ein Fischerboot auf dem Murtensee. Im Winter frönt er auf dem gefrorenen Oeschinensee dem Eisfischen. Um an die Beute heranzukommen, muss er zuerst durch das Eis ein Loch bohren. “Ich fühle mich dann als Teil der Natur“, sagt Aco Ristic. “Frisch zubereitet, sind die Forellen aus dem Oeschinensee ein Traum“, schwärmt er, “sie übertreffen jeden Lachs in einem Restaurant bei weitem“.

Bisher erschienen:

Teil 4: Jean-Bernard Jobin, Kundenabrechnung, Tasten-Nummer 4

Teil 3: Emilie Brandt, Allgemeine Fragen, Tasten-Nummer 5

Teil 2: Bruno Hirter, Disposition Kombinierter Verkehr, Tasten-Nummer 3

Teil 1: Hans Furger, Wagen und Lademittelbestellungen, Tasten-Nummer 1

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