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28.07.11

Aproz-Jubiläum: Durstlöscher für alle Cargo-Mitarbeiter

Vor 50 Jahren wurde die Brücke über die Rhône eingeweiht,  welche die Aproz-Mineralwasserfabrik ans Bahnnetz anschliesst.

Der Sommer kann kommen: Andreas Ingold, Lokführer und LLP in Olten, hat die Aproz-Lieferung schon bekommen

Seitdem transportiert das Migros-Unternehmen Aproz seinen Durstlöscher aus den Quellen in den Walliser Alpen mit SBB Cargo. Aber nicht nur das: Auch wenn der Sommer leider noch etwas auf sich warten lässt, beliefert die Schweizer Güterbahn in diesen Tagen alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Fläche an rund 50 Standorten mit insgesamt 45.000 Liter Aproz-Wasser. Als kleine Erfrischung in der heißen Jahreszeit.

Auch in allen Filialen der Migros wird die gemeinsame Erfolgsgeschichte diesen Sommer sichtbar: Auf den Etiketten der Wasserflaschen leuchtet neben dem Logo von Aproz auch das der SBB.

Seit der Brückeneinweihung am  4. Juli 1961 sind für Aproz schätzungsweise 150.000 Eisenbahnwagen mit rund 4,2 Milliarden Liter Wasser über das Bauwerk gefahren. Der Bahntransport ersparte der Schweiz den Ausstoss von 58.000 Tonnen CO2 und auch heute verlassen mehr als neun von zehn Flaschen das Aproz-Werk auf der umweltfreundlichen Schiene.

15.07.11

Ohne den Anschluss ist der Gotthard-Tunnel wertlos

Die Schweiz erwartet von ihren Nachbarn, dass sie ihre Streckenkapazitäten sukzessive bis 2025 auf die neue Gotthardbahn ausrichten. Die künftige NEAT (Neue Eisenbahn Alpentransversale) soll in fünf Jahren in Betrieb genommen werden.

Ende 2016 will die Schweiz den Verkehr durch die 57 Kilometer langen Tunnelröhren am Gotthard aufnehmen. „Unsere rund 15 Milliarden Euro teure Investition entfaltet aber nur dann ihren Nutzen, wenn im Zulauf des Tunnels entsprechende Streckenkapazitäten geschaffen werden“, warnt Peter Füglistaler. Der Leiter des Berner Bundesamtes für Verkehr traf sich in dieser Woche in Berlin mit seinem deutschen Kollegen Klaus-Dieter Scheurle, Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, zu einem Krisengespräch.  „Ohne die Anschlussstrecken nützt der ganze Tunnelbau nichts“, betont er. Dazu habe sich die Bundesrepublik Deutschland per Staatsvertrag verpflichtet.

Der Oberrhein sei dabei der wesentliche Engpass für die Magistrale von den Nordseehäfen durch die Alpen bis nach Italien. Dort soll die Deutsche Bahn die badische Rheintalstrecke zwischen Karlsruhe und Basel begradigen und viergleisig ausbauen. Erste Abschnitte sind zwar schon in Betrieb, doch für wesentliche Teile der 180 Kilometer langen Trasse ist noch nicht einmal über Planungsvarianten entschieden. Füglistaler forderte die europäischen Nachbarn deshalb auf, schnell zu handeln: „Wir werden spätestens in 20 Jahren ein Riesenproblem haben, wie wir den Güterverkehr in Europa bewältigen wollen. Wir stehen vor dem Kollaps, wenn wir uns nicht eine gemeinsame Schieneninfrastruktur mit hohen Kapazitäten leisten“.

Die Arbeiten im Gotthard-Basistunnel gehen planmässig voran. Ende 2016 ist Eröffnung.

 

 

 

20.05.11

Chäpsli-Express: Nachhaltige Kaffeespezialität auch dank Güterbahn

Die Universität Lausanne hat kürzlich mehrere internationale Unternehmen auf ihre Nachhaltigkeit überprüft. Unter anderem nahmen die Wissenschaftler die Kaffee- und die Kakaobranche sowie Informatik- und Pharmaunternehmen unter die Lupe.

Vier bis fünf Unternehmen pro Branche wurden mit Hilfe einer Tabelle mit klar definierten Kriterien beurteilt und dann mit einem grünen, gelben oder roten Label versehen. Wer mit grün beurteilt wurde, arbeitet gut in diesem Bereich oder ist im Begriff, etwas zu ändern. Gelb bedeutet, das Unternehmen hat die Probleme erkannt oder angekündigt, etwas zu ändern. Unternehmen, die einen roten Punkt erhielten, negierten ihre Verantwortung in diesem Bereich.

Auch wenn die bunten Alukapseln von Nespresso bei Umweltschützern auf Kritik stossen, ist die Ökobilanz der portionierbaren Kaffeespezialität laut der Studie besser als die von manchem Konkurrenzprodukt. Dazu trägt auch bei, dass jährlich über drei Milliarden Kaffeekapseln statt mit dem Lastwagen per Güterbahn vom Produktionsstandort Orbe ins Verteilzentrum nach Avenches gebracht werden.

Die öffentliche Ausschreibung der Nestle-Tochter für den Bahntransport mit täglich neun Pendelwagen entschied SBB Cargo beim Ausbau dieses Standorts mit einem flexiblen Konzept für sich. Die Schweizer Güterbahn ging mit ihrem “Chäpsli-Express” am flexibelsten auf die Transportanforderungen von Nespresso ein. Denn „Täglich“ bedeutet in diesem Fall nicht jeden Werktag, sondern wirklich sieben Tage die Woche: Bei Nespresso laufen alle Maschinen rund um die Uhr.

Da ein großer Teil der grünen Kaffeebohnen, die per Schiff nach Antwerpen geliefert und dort zwischengelagert werden, ebenfalls auf der Schiene in die Schweiz kommt, lohnte sich für Nespresso die Investition in eine leistungsfähige Anschlussgleisanlage gleich doppelt. Und da die Nachfrage nach den bunten Kapseln auch im vergangenen Jahr  wieder im zweistelligen Bereich zulegte, werden die  Produktionsanlagen weiter ausgebaut. Denn es bleibt für Nespresso dabei:  Trotz weltweitem Erfolg wird der Kaffee weiter in der Schweiz gemischt, geröstet und gemahlen. Hier einige Trainspotter-Fotos vom “Chäpsli-Express”:

22.03.11

Schwertransport durch den Gotthardtunnel

Ein Transport der Superlative ist letzte Woche durch den Gotthard-Eisenbahntunnel gerollt: Eine Zugkomposition mit 120 Metern Länge transportierte einen 180 Tonnen schweren Transformator von Erstfeld im Kanton Uri zur Alpiq-Schaltanlage nach Lavorgo im Kanton Tessin. Das ist der grösste Schwertransport, der den Tunnel je passiert hat.

In der Alpiq-Schaltanlage in Lavorgo werden in diesem Jahr alte durch neue Transformatoren ersetzt. Die letzte von vier jeweils 186 Tonnen schweren Lieferungen erreichte ihr Ziel am Morgen des 14. März 2011. Damit ist die letzte Etappe des Transportes vom Siemens-Werk im österreichischen Weiz erfolgreich bewältigt. Sie war sicherlich die anspruchsvollste, denn die letzten rund 65 Kilometer von Erstfeld bis ins Unterwerk Lavorgo per Bahn und Tieflader waren Millimeterarbeit und erforderten höchste Konzentration. Der Transport war am 22. Dezember 2010 in Österreich gestartet und gelangte von dort über den Donauhafen in Linz auf dem Wasserweg nach Birsfelden und weiter per Bahn nach Lavorgo. Im August 2011 soll die Transformatorengruppe in Betrieb gehen.

Die ganze Nacht hindurch hatten Mitarbeiter der SBB Cargo und des Schwertransportspezialisten Felbermayr Massarbeit geleistet. Mit geringer Geschwindigkeit schob sich die 120 Meter lange Zugkomposition durch viele Kurven und Anstiege durch und über die Alpen. In ihrer Mitte der Transformator auf einem 20-achsigen, so genannten Tragschnabelwagen mit einem Gesamtgewicht von 326 Tonnen. Es war der grösste und schwerste Transport, der jemals durch den Gotthardtunnel gerollt ist. Wegen des hohen Gewichts konnten die Transporte nicht auf der Strasse erfolgen, sondern nur mittels Spezialwagen der Firma Felbermayr. Aufgrund der Ausmasse und des Gewichts der Transformatoren musste die ganze Strecke, insbesondere die vielen Tunnel am Gotthard sowie die Statik der Eisenbahnbrücken, genauestens geprüft und ausgemessen werden. Da sich zwischen Erstfeld und Lavorgo während des Transportes aus Sicherheitsgründen keine Güterzüge begegnen durften, fand der Transport auf dieser Strecke in der Nacht statt. Die Transportplanungen dauerten mehr als zwei Jahre.