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17.01.12

Neue Trams fahren huckepack mit der Güterbahn

Ungewöhnliche Fracht für SBB Cargo: Noch bis zum Mai 2012 werden insgesamt 15 neue Tango-Trams des Schweizer Herstellers Stadler in Bussnang TG umweltfreundlich per Güterbahn an die Baselland Transport AG (BLT) ausgeliefert.

Anders als die vier Anfang 2009 in Betrieb genommenen Vorserien-Fahrzeuge werden diese serienmässigen Trams nicht in zwei Teilen auf Tiefladern auf der Strasse transportiert, sondern als komplette Kombinationen von SBB Cargo umweltfreundlich per Bahn. Dafür wurde eigens eine neue Anschlussrampe im Basler Dreispitz erstellt. Die ersten der insgesamt 19 neuen Fahrzeuge kamen im Juli 2011 auf die Bahngeleise, im kommenden Mai soll die Aktion beendet sein. Die neuen Trams ermöglichen zum einen die Verdichtung des Takts auf zwei Linien und ersetzen zum anderen alte Strassenbahnen auf dem BLT-Netz in der Stadt und Agglomeration Basel. 2013 will die BLT bei Stadler 18 weitere Tango-Kompositionen bestellen. Ob diese dann auch huckepack per Bahn geliefert werden, ist noch nicht entschieden.

12.01.12

Stärken des Wagenladungsverkehrs besser ausspielen

Die künftige Strategie im Schweizer Binnengüterverkehr bekommt Konturen: Zentrales Element ist ein landesweites Wagenladungsnetz für bündelbare, regelmässige Transporte. Gleichzeitig wird verstärkt auf kombinierten Verkehr gesetzt. Bedienpunkte mit sehr wenig Volumen stehen auf dem Prüfstand.

Am Dienstag dieser Woche hat der Verband öffentlicher Verkehr (VöV) gemeinsam mit den Transportunternehmen SBB Cargo, BLS Cargo, RhB und den Schweizer Rheinhäfen vor den Medien Positionen und Forderungen für den Schienengüterverkehr in der Schweiz präsentiert. Eine zentrale Forderung in dem gemeinsamen Positionspapier: Im  Einzelwagenladungsverkehr (EWLV) in der Schweiz müssen die Güterbahnen Angebot und Netz besser nach betriebswirtschaftlichen Kriterien gestaltet können.  Klar ist: Der Schienengüterverkehr ist und bleibt ein wichtiger Teil der Logistikketten der Schweizer Wirtschaft und hat im europäischen Vergleich sehr hohe Marktanteile. In den nächsten Monaten werden wichtige politische Entscheide gefällt, welche die Zukunft des Güterverkehrs auf der Schiene stark prägen werden.

Der VöV – so das am Dienstag vorgestellte Positionspapier – will den EWLV als gut funktionierendes System mit unternehmerischen Ansätzen erhalten. Die Güterbahnen sollen gleichzeitig mehr Freiheit bekommen, damit sie Angebot und Netz stärker nach betriebswirtschaftlichen Kriterien ausrichten und damit ihre Stärken besser ausspielen können. Das sind vor allem bündelbare, regelmässige Transporte über mittlere und lange Distanzen.

SBB Cargo bedient in der Schweiz heute rund 500 Punkte. Über knapp ein Drittel davon verkehren 90 Prozent aller Wagen. Damit erfüllt das führende Schienengütertransportunternehmen des Landes die zentralen Anforderungen der Wirtschaft und trägt wirkungsvoll zur Verkehrsverlagerung bei. Rund die Hälfte der Punkte sind allerdings Ausgangs- oder Zielort für nur drei Prozent der Wagen und tragen damit nur sehr wenig zum Umsatz und Transportvolumen bei. Im Durchschnitt verkehrt hier nicht einmal ein Wagen pro Tag.

SBB Cargo-CEO Nicolas Perrin redete in dem Mediengespräch am Dienstag Klartext: „Es macht keinen Sinn, mit einer Lok und einem oder zwei Wagen ganze Streckenabschnitte abzufahren. Konkret: Wir wollen uns auf Punkte konzentrieren, für welche die Bahn das beste Transportmittel ist.“ Umgekehrt bedeute dies, dass SBB Cargo die ineffizienten Bedienpunkte ins Visier nimmt und gegenwärtig überprüft, wie die 155 schlecht ausgelasteten Bedienpunkte saniert werden können. Gemeinsam mit den Kunden sollen alternative Lösungen wie Preis- oder Mengensteigerung, die Konzentration auf andere Punkte, kombinierte Lösungen Schiene/Strasse oder der Verzicht geprüft werden.

126 dieser 155 Punkte werden heute im Rahmen von individuell vereinbarten Kundenlösungen bedient und können direkt mit den Kunden verhandelt werden. Die restlichen 29 der schlecht frequentierten Bedienpunkte sind dagegen derzeit Teil des Grundnetzes. Für diese legt SBB Cargo den Sanierungsfahrplan zusammen mit dem Bund fest. Die Schweizer Güterbahn will dabei auch im Binnenverkehr in Zukunft mehr auf den kombinierten Verkehr setzen. Hier sollen neue Angebote aufgebaut werden. Als Test ist bereits ein Shuttlezug zwischen Dietikon und Renens gestartet. Denn trotz der kurzen Distanzen in der Schweiz werden langfristig kombinierte Lösungen Schiene/Strasse stärker wachsen. Damit kann sich SBB Cargo noch besser dort entwickeln, wo die Stärken der Bahn liegen, nämlich entlang den Hauptachsen.

Mit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2012 soll das Wagenladungsnetz dann angepasst werden. Durch die Sanierung der Bedienpunkte mit sehr niedrigen Volumen sollen die jährlichen Verluste gestoppt und längerfristig mit dem Wagenladungsverkehr die Eigenwirtschaftlichkeit erreicht werden. Das heisst: Die Güterbahn konzentriert sich auf Verkehre, die wirtschaftlich sinnvoll sind und sich auch aus Sicht der Umweltbelastung lohnen. „Heute bedienen wir auch Punkte, die alleine von der Menge her nicht für die Schiene geeignet sind“, unterstrich Nicolas Perrin, „dies müssen wir korrigieren“. In den vergangenen Monaten wurden bereits erste Gespräche mit Politik, Behörden und Kunden geführt. „Unsere Massnahmen werden im Grundsatz verstanden, teilweise sogar gefordert“, zog der CEO im Gespräch mit den Medienvertretern eine erste Bilanz.

Die Gespräche mit Eigner, Kunden sowie Politik und Verwaltung zur Sicherung des für die Schweiz unabdingbaren Wagenladungsverkehrs werden nun intensiv weitergeführt. Die Entscheide dazu werden bis zum Ende des zweiten Quartals 2012 erwartet.

10.01.12

Verband öffentlicher Verkehr fordert betriebswirtschaftlich ausgerichteten Wagenladungsverkehr

Die rasche Realisierung eines Vier-Meter-Korridors durch die Schweiz, der Ausbau der Anschlüsse im Norden und im Süden sowie die betriebswirtschaftliche Ausrichtung des Einzelwagenladungsverkehrs (EWLV). Das sind die zentralen Forderungen und Bedingungen, die der Verband öffentlicher Verkehr (VöV) in einem Positionspapier erarbeitet hat, das heute in Bern öffentlich vorgestellt wurde.

VÖV-Direktor Ueli Stückelberger präsentierte in dem Mediengespräch die Vorschläge gemeinsam mit Nicolas Perrin, CEO von SBB Cargo, Dr. Dirk Stahl (CEO BLS Cargo), Hans Amacker (Direktor RhB) und Hans-Peter Hadorn (Direktor Schweizerische Rheinhäfen und Präsident der VöV-Güterverkehrskommission).  In dem Positionspapier „Die Zukunft des Schienengüterverkehrs“ (PDF-Download) werden die Probleme der beiden Güterverkehrs-Sparten „Fläche“ und „Alpentransit“ analysiert und entsprechende Forderungen aufgestellt, um dem Schienenverkehr in der Fläche wie auch im Alpentransit neue Perspektiven aufzuzeigen.

Denn unbestritten ist, dass die Schweizerinnen und Schweizer erwarten, dass der Güterverkehr auch inländisch zunehmend auf die Schiene verlagert wird – aus Gründen der Nachhaltigkeit, aber auch, um die Strassen nicht noch stärker durch Lastwagenverkehr zu verstopfen. Auch die Umsetzung der in der Verfassung seit Jahren verankerten Verlagerung im Alpentransit wünschen sich alle Beteiligten eher früher als später.

Die Forderungen des VöV in Bezug auf die Verlagerung in der Fläche:

• Der Einzelwagenladungsverkehr (EWLV) von SBB Cargo ist als gut funktionierendes System mit unternehmerischen Ansätzen zu erhalten. Unternehmerisch sinnvolle Lösungen bedingen die Ausrichtung auf die Stärken des Schienengüterverkehrs und die Freiheit, Angebot und Netz nach betriebswirtschaftlichen Kriterien darauf auszurichten. Nach betriebswirtschaftlichen Kriterien muss das Netz konzentriert werden, um die Stärken der Bahn ausspielen zu können. Ergänzend können EWLV-Verkehre bestellt und finanziell abgegolten werden, die den betriebswirtschaftlichen Kriterien nicht genügen, aber aus volkswirtschaftlichen Erwägungen dennoch auf der Schiene erfolgen sollen.

• Es ist alles zu unternehmen, dass durch eine allfällige Konzentrierung des EWLV-Systems der Schiene kein Verkehr verloren geht, sondern neuer gewonnen wird. Alternativen sind zum Beispiel kostengünstige Lösungen im kombinierten Verkehr. Dabei muss es gelingen, den heute zu teuren doppelten Umlad Strasse-Schiene und Schiene-Strasse markant zu verbilligen. Der Bund ist hier mit Impuls-Finanzierungen gefordert und muss wie beim Alpentransit garantieren, dass sich die Rahmen-bedingungen – LSVA, Nacht- und Sonntagsfahrverbot, Längebegrenzung der LKW auf 18 Meter – nicht zu Lasten der Schiene verschlechtern.

Die Forderungen des VöV in Bezug auf den Alpentransit:

• Die Bahnen sind für die Verlagerung bereit. Sie können ihre Cargo-Produktivität nochmals steigern. Gleichzeitig muss aber die Politik die für die Gotthard-Zulaufstrecken erforderliche Vier-Meter-Eckhöhe finanzieren. Und sie muss pünktlichen Güterzügen auf der Transitstrecke die gleiche Priorität wie Personenzügen gewähren.

• Die bewährten Lenkungsinstrumente – Nacht- und Sonntagsfahrverbot, LSVA und Längenbegrenzung der LKW – müssen weiterhin greifen, damit der Schienenanteil des Transitverkehrs hoch bleibt.

• Ausbau der Zulaufstrecken in Deutschland und Italien.

v. links: Hans-Peter Hadorn, Direktor Schweizerische Rheinhäfen, Hans Amacker, Direktor RhB, Ueli Stückelberger, Direktor VöV, Nicolas Perrin, CEO SBB Cargo u. Dr. Dirk Stahl, CEO BLS Cargo

v. links: Hans-Peter Hadorn, Direktor Schweizerische Rheinhäfen, Hans Amacker, Direktor RhB, Ueli Stückelberger, Direktor VöV, Nicolas Perrin, CEO SBB Cargo u. Dr. Dirk Stahl, CEO BLS Cargo


05.01.12

Feldschlösschen: Das Bier kommt per Güterbahn

Kurz vor Weihnachten hat die Brauerei Feldschlösschen in Rheinfelden, seit über 100 Jahren das führende Brauhaus der Schweiz, nach dreimonatiger Bauzeit einen neuen Gleisanschluss für ihr Getränkeverteilzentrum in Givisiez eingeweiht.

Dadurch können in Zukunft mit Hilfe von SBB Cargo zusätzliche Getränkevolumen für die Feldschlösschen-Kunden in der Westschweiz über die Logistik-Drehscheibe Givisiez abgewickelt werden. Künftig werden an diesem Standort pro Jahr rund 1000 Eisenbahnwagen ein- und ausgeladen und 50.000 Tonnen Getränke für die Gastronomie sowie den lokalen  Getränke- und Detailhandel umgeschlagen. Die Brauerei investierte etwas mehr als zwei Millionen Franken in den Ausbau ihrer Logistikzentrale, der auch zehn zusätzliche Arbeitsplätze nach Givisiez bringt.

Zur offiziellen Einweihung trafen sich die Mitarbeitenden des Standorts kurz vor Weihnachten zu einem Apéro in den Hallen des Getränkeverteilzentrums. „Mit dem neuen Gleisanschluss verfügen wir nun über ein effizientes und ökologisches Logistiknetzwerk für die Belieferung unserer Kunden in der Westschweiz“, betonte dabei Thomas Metzger, CEO von Feldschlösschen.

Feldschlösschen-CEO Thomas Metzger und Jean-Daniel Wicht, Syndic (Gemeindepräsident) von Givisiez, nahmen den neuen Gleisanschluss am 20. Dezember 2011 offiziell in Betrieb.

03.01.12

Fotos aus dem Rangierbahnhof Solothurn / Teil 3

Mit dem iPhone und der kostenlosen App Instagram ist @shadowman83 auf dem Gelände des Rangierbahnhofs Solothurn von SBB Cargo unterwegs und fotografiert in den Pausen sowie vor und nach dem Dienst. Hier der dritte Teil seiner Schnappschüsse (Anklicken vergrössert die Fotos):

 

 

 

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