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12.12.11

Eem 923 – Unsere Hybridlokomotive ist auf der Schiene / Teil 6

Michel Henzi, Gesamtprojektleiter bei SBB Cargo für die Beschaffung der neuen Hybrid-Rangierlok Eem 923, meldet sich hier im Blog mit einem kurzen Bericht zum nächsten Meilenstein.

Ja, sie fährt! Nachdem wir im Oktober das erste Fahrzeug der Öffentlichkeit präsentieren konnten, haben die ersten Testfahrten begonnen. Damit startet die sogenannte dynamische Inbetriebsetzung des Fahrzeugs. Das schöne Herbstwetter hat uns hier sehr geholfen, denn bei schlechten Wetterverhältnissen können gewisse Tests nur bedingt durchgeführt werden.

Getestet werden vor allem die Lauftechnik und die vielen Softwarefunktionen, so z.B. die Umschaltung zwischen Elektro- und Dieselantrieb oder zwischen 15 kV / 16 2/3 Hz und 25 kV / 50 Hz. Zudem müssen diverse Fahrten für die Zulassung gefahren werden, um die erforderlichen Nachweise zu erbringen, z.B. für Stromabnehmer, Störströme, EMV, Lärm, Weichenfahrt in Lausanne.

Bei den ersten Fahrten hat es noch etwas gerumpelt im Führerstand. Das liegt daran, dass noch keine Stabilisatoren eingebaut sind. Parallel zu den Optimierungsfahrten gehen die Arbeiten an Fahrzeug 02 in den Werkstätten von Stadler planmässig voran.

08.12.11

Neue Website: Mit neuer Vorgehensweise zu neuem Content

Die grösste Herausforderung beim kürzlich erfolgten Relaunch der Website von SBB Cargo war – neben der Technik – der Content. Unter Zeitdruck und Einbezug vieler Beteiligter galt es, eine grosse Menge an Texten zu überarbeiten. “Dabei haben wir neue Wege beschritten”, so das externe Redaktionsteam der PR-Agentur Nordend im 5. Teil unserer Serie über die Entstehung von sbbcargo.com.

Die neue Website wurde gestern auf dem zweitägigen “i2 Swiss Internet and Intranet Summit” in Zürich vorstellt (Berichte in der Netzwoche und bei Text-Gold) und auch persoenlich.com hat gestern über den Relaunch berichtet. Doch hier die Erfahrungen der Texter:

Gerne geben wir die wichtigsten sechs Erkenntnisse weiter, die wir durch dieses Relaunch-Projekt gewonnen haben – in diesem Blog in Kurzform, auf unserer Website als Ratgeber ausführlicher.

1. Mensch vor Maschine: Rahmenbedingungen festlegen

Ohne Teamarbeit ist eine Website kaum realisierbar. Deshalb ist es wichtig, Aufgaben und Abläufe klar zu regeln. Bereits beim Kickoff-Meeting haben wir Redaktoren mit dem internen Projektteam und der Projektmanagerin die Rahmenbedingungen geklärt. Danach haben wir ein Redaktionskonzept entwickelt, worin wir Ziele, Sprachleitfaden, die Vorgaben für Inhalt und Gliederung, Stil, Meta-Tag sowie Fachbegriffe definierten.

2. Workflow definieren:

Auch die Abläufe haben wir im Redaktionskonzept festgehalten: Zuerst recherchierte ein Texter die suchmaschinenrelevanten Schlüsselwörter je Inhaltsbereich. Parallel dazu kopierte SBB Cargo die Rohtexte bereichsweise ins Content Management System (CMS). Ein Texter redigierte diese, der andere Texter lektorierte sie in einem Word-Dokument und schickte dieses an den erstbearbeitenden Texter zurück. Dieser finalisierte die Texte dann direkt im CMS. So konnten sich Tonalität und Qualität der Texte zeitsparend angleichen.

Danach gingen die eingefüllten Texte zur Freigabe an die Projektmanagerin bei SBB Cargo, die sie intern an die Entscheider weiterleitete.

3. Vieraugen-Prinzip zur Prozess-Beschleunigung

Der Workflow basierte auf dem Vieraugen-Prinzip: Jeder Texter überprüfte die Arbeit des anderen Texters, bevor sie an den Kunden ging. Dieses Vorgehen beschleunigte den Prozess und erhöhte die Qualität. Zudem war auf diese Weise jederzeit ein mit allen Inhaltsthemen vertrauter Ansprechpartner vorhanden.

4. Elefanten häppchenweise verspeisen

Es hat sich bewährt, das Projekt in verdaubare Häppchen aufzuteilen. So haben wir die gesamte Website mit über hundert Inhaltsseiten astweise bearbeitet. Ein weiterer Pluspunkt war die Redaktion direkt im CMS. Nicht nur wegen der Sichtbarkeit der Zeilenlängen, sondern auch, um einen stimmigen Gesamteindruck zu erzeugen.

5. Zentrales Informationsportal

Auf einem Sharepoint-Server – als zentralem Informationsportal – lag das Herzstück des Projektmanagements: eine simple Excel-Tabelle, auf der die gesamte Website-Struktur mit allen Inhaltsseiten abgebildet war. Hier konnten alle Projektteilnehmer einsehen, wer aktuell welche Webseiten bearbeitet und in welchem Stand der Überarbeitung sich die einzelnen Texte befinden.

6. Feedback und Feedforward

Es entstanden nicht nur neue Texte, sondern auch ein neuer inhaltlicher Stil. Ziel war, die hohe Qualität der gebotenen Dienstleistungen mithilfe hochwertiger Texte aufzuzeigen. Bei einzelnen Texten rangen wir um jedes Wort. Letztlich setzte sich als konsensfördender Grundsatz durch: Fachbereiche liefern den Inhalt, die Texter die Sprache.

Die weichen Faktoren sind bekanntlich die härtesten – die konstruktiven und fundierten Rückmeldungen der Kommunikationsverantwortlichen brachten einen guten Groove ins Projekt. Am abschliessenden Evaluationsmeeting wurden nicht nur “in time” und “in money” als Positivpunkte erwähnt. Martin Radtke, Projektverantwortlicher und Leiter Cross Media bei SBB Cargo: “Der Inhalt ist das Wichtigste. Der Text muss so gut sein, dass man ihn nicht bemerkt. Das hat die gewählte Vorgehensweise und das haben die Texter eingelöst.”

Die Erkenntnisse zusammengestellt haben Sandro Küng von der PR-Agentur Nordend und der Texter Aurel Gergey. Die beiden bildeten das externe Redaktionsteam, welches SBB Cargo beim Relaunch der Website beraten und begleitet hat.

05.12.11

Fotos aus dem Rangierbahnhof Solothurn / Teil 2

Auf dem Gelände des Rangierbahnhofs Solothurn von SBB Cargo ist @shadowman83 unterwegs und fotografiert in den Pausen sowie vor und nach dem Dienst mit dem iPhone und der kostenlosen App Instagram. Hier wieder einige seiner Schnappschüsse (Anklicken vergrössert die Fotos):

01.12.11

Eem 923 – Multisystem-Antriebspakete von ABB für die Hybridlokomotiven / Teil 5

Die neue Hybrid-Rangierlok von SBB Cargo wird mit Multisystem-Antriebslösungen nach Mass des Schweizer Motorenherstellers ABB ausgestattet.

In einer Medienmitteilung der ABB Schweiz AG kann man lesen: „Die Schweiz ist das Drehkreuz für den Eisenbahnwarenverkehr in Europa, insbesondere für den Nord-Süd-Transit über die Bahnhöfe Basel-Muttenz, Chiasso und Domodossola, sowie den Ost-West-Transit über die Bahnhöfe von Genf-La Praille, Vallorbe, St. Margrethen und Buchs (SG). Die Hälfte des Schweizer Warenverkehrs wird durch den Transitverkehr durch unser Land verursacht. Daher besteht ein beträchtlicher Bedarf an Multisystem-Rangierfahrzeugen, die auch unter den Fahrleitungssystemen der angrenzenden Länder verkehren können, insbesondere unter 25 kVAC wie in Frankreich. Der Bedarf erstreckt sich auch auf Hybridfahrzeuge, die auf nicht elektrifizierten Schienen betrieben werden können.“

Und da die grösste Schweizer Eisenbahngesellschaft ihre Güterfahrzeugflotte ständig an die sich ändernden Bedingungen anpasse, schaffe SBB Cargo 30 neue Hybridlokomotiven vom Typ Eem 923 an. ABB habe dazu einen Auftrag des Schienenfahrzeugherstellers Stadler Rail für die Lieferung von 30 Antriebspaketen für die Hybridlok erhalten. „Um den Anforderungen an Wirtschaftlichkeit und Leistungsstärke dieses Typs von Fahrzeugen gerecht zu werden, hat ABB Multisystem-Antriebslösungen nach Mass entwickelt. Der Traktionstransformator kann sowohl unter Speisespannung von 15 wie auch 25 kV betrieben werden“, heisst es weiter. Aufgrund des ergänzenden Dieselmotors sei die Grösse des Transformators optimiert und das Gewicht klein gehalten. Die kompakte Bauweise erleichtere ausserdem erheblich den Zugang für das Wartungspersonal.

29.11.11

Den Ausweis bitte – wie SBB Cargo die ECM-Konformität von Güterwagen prüft

SBB Cargo ist seit vergangenem Jahr sowohl als Eisenbahnverkehrsunternehmen als auch als Wagenhalter in der Funktion der „Entity in Charge of Maintenance“ (ECM) zertifiziert. Seit Beginn dieses Jahres ist durch Prüfungen sichergestellt, dass in den Zügen der Schweizer Güterbahn nur ECM-konforme Güterwagen mitgeführt werden.

Am internationalen Forum des VAP zum Bahngüterverkehr in der Schweiz und Europa trafen sich kürzlich in Zürich die Anbieter von Güterverkehrsdienstleistungen, Vertreter des Bundes, der Behörden der umliegenden Länder und der EU sowie die verladende Wirtschaft. Sie führten – so berichtet werkstattatlas.INFO sehr ausführlich  – eine spannende Debatte über die Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit des Schienengüterverkehrs, die politischen und technischen Rahmenbedingungen, den neuesten Stand der Technik, das Risikomanagement im Schienengüterverkehr und die Konformität von Güterwagen.

Das Kürzel ECM („Entity in Charge of Maintenance“ oder “für die Instandhaltung zuständige Stelle”) spielt seit anfangs Jahr im schweizerischen und europäischen Schienengüterverkehr eine immer wichtigere Rolle und war deshalb auch auf dem Forum ein zentrales Thema. So in den Beiträgen von Jürg Lütscher und Roland Bacher vom Bundesamt für Verkehr (BAV). Aber auch Jean-Marie Dechamps von der Europäischen Eisenbahn Agentur ERA beschäftigte sich damit.

Die Akkreditierungsverfahren von Güterwagen – so seine Ausführungen – führten zu zusätzlichen Anforderungen bezüglich der Kompetenzen der Prüfer im Bereich Audit, Inspektionen, Instandhaltung und Bahnen. Bei den ECM-Zertifizierungsverfahren warnte der Referent vor unerschwinglichen Kosten für die Vervielfachung von Prüfungen. Die Kontrolle müsse mittels Kooperation der von der ERA gesteuerten Zertifizierungsgremien gesichert werden. Die ERA sei der Meinung, dass ein ausgereiftes Managementsystem auch in der Lage sei, Vertrauen zu schaffen und auszubauen. Eine Sicherheitsplattform schaffe die Voraussetzungen, dass die technische und organisatorische Harmonisierung durch den Bahnsektor und für den Bahnsektor erfolge, womit der Einfluss der öffentlichen Behörden vermindert werden könne. Dabei müsse auch der wirtschaftliche Aspekt stärker integriert werden, so Dechamps.

Ausserdem geht der Veranstaltungsbericht auf werkstattatlas.INFO ausführlich auf den Vortrag von Dr. Christoph Gabrisch, Leiter Einsatzmanagement Fahrzeuge  von SBB Cargo, ein. Der stand unter dem Titel: „Den Ausweis bitte – wie SBB Cargo seit Anfang 2011 die ECM-Konformität von Güterwagen prüft“. In dem Bericht heisst es:

SBB Cargo prüfe täglich 5.000 bis 7.000 Sendungen vor Annahme des Beförderungsauftrags in einem zweistufigen Verfahren auf ECM. Spezialfahrzeuge würden von Hand geprüft. SBB Cargo sperre nur Güterwagen, die eindeutig als „nicht ECM-konform” identifiziert worden seien. Die Wagennummer werde im System gesperrt, womit der Wagen nicht mehr abgefertigt werden könne. SBB Cargo setze keinen Wagen aufgrund von Datenfehlern aus. Die Erfahrungen zeigten, dass praktisch alle Güterwagen im internationalen Verkehr ECM-konform sind. Fehlende und veraltete Eintragungen in den öffentlichen Wagendatenbanken seien das Hauptproblem für die ECM Prüfung. Den meisten Prüfaufwand verursachten Güterwagen, die ohne Halterwechsel vermietet würden. Positiv an der ECM-Kontrolle sei, dass SBB Cargo tagesaktuell informiert sei, Güterwagen welcher Halter in ihren Zügen verkehrten. Nebst den ECM-Kontrolle brauche es wie bis anhin das Zusammenspiel zwischen Eisenbahnunternehmung und Wagenhalter in Sicherheitsfragen.

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